Der Preis der Freiheit

Afrika feiert 50 Jahre Unabhängigkeit

Nigeria, Kongo, Kamerun. Drei afrikanische Staaten, die vor einem halben Jahrhundert in die Freiheit entlassen wurden - als die Zeit der Kolonialmächte zu Ende ging. Insgesamt 17 afrikanische Staaten feiern 2010 den 50. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Wo stehen die Länder heute? Wie frei sind sie wirklich? Wie groß ist noch der Einfluss der ehemaligen Kolonialherren? Afrika-Korrespondent Jörg Brase sucht Antworten.

Als die Briten Nigeria verließen, zerbrach das fragile Gleichgewicht zwischen Moslems und Christen. Heute töten sie sich in der Zentralprovinz gegenseitig im Kampf um politischen Einfluss. Afrikas bevölkerungsreichstes Land steht immer wieder am Abgrund - auch im Nigerdelta, wo die Ölquellen sprudeln. Doch von den Einnahmen kommt nichts bei der Bevölkerung an.

Spielball ausländischer Mächte

Von den Belgiern ausgeplündert, ist die Demokratische Republik Kongo bis heute Spielball ausländischer Mächte im Kampf um die Rohstoffquellen im Herzen Afrikas. Ebenso wie Nigeria müsste auch Kongo-Kinshasa eines der reichsten Länder auf dem Kontinent sein; tatsächlich ist es eines der ärmsten. Zum ersten Mal seit der Unabhängigkeit betrat zur 50-Jahr-Feier wieder ein belgischer König kongolesischen Boden. Obwohl unter belgischer Herrschaft Millionen Kongolesen starben, wünschen sich viele die alte Kolonialmacht zurück.

Coltanabbau Kongo Quelle: Java Films


Auch in Kamerun wurde gedreht. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs deutsche Kolonie, ging das Territorium 1919 offiziell an den Völkerbund über. Der wiederum übertrug das Mandat auf Frankreich und England. Die französische Kolonie wurde am 1. Januar 1960 unabhängig. Ein Jahr später folgte ein Teil der britischen Kolonie - zusammen bildeten sie Kamerun, so wie es heute existiert.

ZDF-Afrikakorrespondent Jörg Brase bereiste drei der Jubiläumsländer und erzählt Geschichten von Menschen, die nie die Hoffnung aufgeben, von ewigen Herrschern, die sich Denkmäler setzen, Geschichten von Erfolg und Misserfolg, von Freiheitsliebe und tödlichem Hass. Trotz aller Probleme, trotz Einmischung von außen und der Abhängigkeit von fremder Hilfe, eines eint sie alle: der Stolz, freie Afrikaner zu sein.

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