Die Getriebenen

Politik bis zur Schmerzgrenze

„Macht ist geil“, sagt Peter Harry Carstensen. Der ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein gibt unumwunden zu: Einfluss, Prominenz, Bedeutung sind für viele Politiker die treibenden Kräfte ihres Ehrgeizes. Polit-Veteran Christian Ströbele nennt es so: „Ich will die Welt verändern“. Doch der Rausch der Macht hat seine Schattenseiten: Druck, Dauerpräsenz, Kräfteverschleiß bis zur Schmerzgrenze. Politik – ein Geschäft von Getriebenen?

Der Film, der bewusst auf einen Off-Kommentar verzichtet, begleitet drei Politiker im Wahlkampf: die Kampf-Twitterer Johannes Kahrs (SPD) und Dorothee Bär (CSU) sowie Polit-Veteran Hans-Christian Ströbele (Grüne). An ihrem Beispiel soll deutlich werden, wie schnell der Wunsch, etwas zu gestalten, übergeht in den Zwang, ständig präsent zu sein.

Arbeiten bis zur Schmerzgrenze

Viele Politiker sind 24 Stunden angeschaltet, arbeiten bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus. In der Dokumentation reden Politiker über die Frage, ob und wie der politische Betrieb krank und süchtig machen kann, was digitale Medien und rasante Nachrichtenzyklen mit ihnen machen und was das für die Qualität von Politik bedeutet.

Sind Abgeordnete Treibende oder Getriebene? Darüber reflektieren aktive und ehemalige Politiker: Peter Altmaier (CDU) über sein Leben zwischen Wahlkreis, Ministerium und Twitter-Community. Gregor Gysi (Linkspartei), Wolfgang Bosbach (CDU), Hans-Christian Ströbele (Grüne) und Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sprechen offen über ihre schweren Krankheiten und die Frage, warum sie trotzdem weitermachen (wollten). Peter Danckert (SPD) beschreibt seinen Schlaganfall im Bundestag als „schlimmsten Moment“ seines Politikerlebens. Polit-Neuling Christopher Lauer (Piraten) berichtet von menschlichen Abgründen in der Politik. Elke Hoff (FDP) scheidet aus dem Bundestag aus und schildert, wie in der Verteidigungspolitik Entscheidungen über Leben und Tod unter Hektik leiden.

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