"Die Katastrophe hat auch mich verändert"

Autor Thomas Münten über seine Heimatstadt

Für mich als langjährigen Duisburger, der fast 30 Jahre hier gelebt hat und sich hier immer noch zu Hause fühlt, ist die Katastrophe immer noch aktuell. Weil überall nach wie vor darüber gesprochen wird.

Wenn ich hier auf den Markt gehe, an der Bude stehe, im Stadion und - alles andere als ein Klischee - bei meinem Friseur.

Warnende Stimmen

Besonders spannend war es, den Fakten nachzugehen und zu sehen, wo überall versagt wurde. Oder wie mit warnenden Stimmen umgegangen wurde. Zum Beispiel mit der des damaligen Duisburger Polizeipräsidenten Rolf Cebin oder des Vorsitzenden der deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Im Interview wird deutlich, wie er und der ehemalige Polizeipräsident sich fühlten: beschimpft, verhöhnt und für dumm befunden. Genau so, wie sich auch SPD-Ratsfraktionsmitglied Jürgen C. Brandt fühlte. Der Stadtrat wurde über die Finanzierung der Loveparade völlig im Dunkeln gelassen.

Die Dreharbeiten auf dem Gelände aber haben mich am meisten berührt. Hier das Geschehen nochmals nachzuvollziehen hat mir oft Gänsehaut über den Rücken laufen lassen, auch mir standen Tränen in den Augen. Die intensive Beschäftigung mit der Katastrophe über Monate hinweg hat auch mich verändert - und mir eine bessere Sicht auf das Geschehen gebracht. Das - hoffe ich - drücken unsere Arbeit und der so entstandene Film aus.




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