Die lange Nacht des Lebens

Wie die Vielfalt der Ökosysteme unsere Existenz sichert

Vom 18. bis 29. Oktober 2010 findet in Nagoya (Japan) die 10. Vertragsstaaten-Konferenz zur Konvention über die biologische Vielfalt statt. Vor diesem Hintergrund gestaltet das ZDF die lange Nacht des Lebens.

Was sehr bürokratisch und kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach: Nur wenn es gelingt, vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung und einer sich zuspitzenden Klimaveränderung die verschiedenen Lebensräume und Ökosysteme zu erhalten, kann die Menschheit überleben. Diese Tatsache ist 1992 auf dem UN-Gipfel für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro erkannt und politisch bestätigt worden.

Staaten in der Pflicht

Als Folge wurde neben der Klimakonvention eben die Konvention über die biologische Vielfalt verabschiedet, die mit völkerrechtlich bindender Wirkung die Sicherung der Lebensräume herbeiführen soll. Für die Umsetzung sind die Nationalstaaten in der Pflicht, die in diesem Jahr, dem UN-Jahr der Biodiversität, ihre jeweiligen nationalen Strategien zum Erhalt der Biodiversität vorlegen müssen. Genau das geschieht auf der 10. Vertragsstaaten Konferenz in Japan.

Das Programm der langen Nacht

0:35

Hannes Jaenicke im Einsatz für Gorillas

Dokumentation, Deutschland, 2010, 30 Minuten


Hannes Jaenicke macht sich auf Spurensuche - zu den größten Primaten unserer Erde: Gorillas. Drei von vier Gorilla-Arten gelten als unmittelbar vom Aussterben bedroht. Der einzige Lebensraum der Gorillas, die Regenwälder Zentralafrikas, wird immer weiter gekappt. Das Holz ist begehrt, außerdem tobt um die Rohstoffe der Region - Gold, Kupfer und Erze - ein rücksichtloser Krieg. Dabei sitzen die Gorillas mitten in der Schusslinie.
Die größte aktuelle Gefahr für die Menschenaffen ist neben der Abholzung der Regenwälder der Kampf um den Rohstoff Coltan. Seit Handys und PCs zum Massenprodukt wurden, ist das Erz zum wirtschaftlich heiß begehrten Bodenschatz aufgestiegen. Ein "Blutmineral", denn die Minen liegen zum Großteil mitten in den Lebensräumen der Gorillas, innerhalb der Nationalparks und sind zu 90 Prozent in den Händen von Rebellen, die sich mit dem Gewinn finanzieren.

Mehr zur Sendung: "Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Gorillas"

1:05

Grüne Schatzkammern

Vielfalt des Lebens in Deutschland
(Dokumentationen, Deutschland, 2010)

Mecklenburg-Vorpommern: Einzigartige Landschaften zwischen Wald und Strand.
Urwälder, tiefe Seen, grüne Moore und Wiesen. In der unberührten Natur der Halbinsel Darß, des Darßer Wald und des Weststrand fühlt sich der vom Aussterben bedrohte Schreiadler sehr wohl. Ein bundesweit ausgezeichnetes Projekt kümmert sich um den kleinsten Adler Deutschlands. Im eiszeitlich geprägten Naturpark gibt es 69 glasklare Seen, eingebettet in die "Heiligen Hallen", den ältesten deutsche Buchenwald.

1:35

Saarland: Industrielandschaft und Natur

Das ist verblüffend: Ausgerechnet die ausgedehnten Industriebrachen bieten Lebensräume mit allen naturfachlichen Facetten für den Erhalt von Biodiversität. Darin steckt auch eine Chance für die Menschen. Für viele im Saarland ist mit dem Untergang der Kohle- und Stahlindustrie auch ihr Lebensinhalt weggebrochen. Die neue Entwicklung der Natur, das Beschäftigen mit dem Erhalt der Biodiversität: Das schafft auch eine neue Identität.

1:50

Donauried: Von Auwäldern und Urviechern

Begradigt und betoniert: So erging es der Donau aus wirtschaftlichen Gründen. Doch damit einher ging ein dramatischer Artenverlust in Deutschlands letzten Auwäldern, dem Donauried. Nach jahrelangen Kämpfen wurden in diesem Jahr der alte Lebensraum im Ried wiedergeboren: Neu gebaute Wehre leiten Donauwasser wieder in das Ried. Durch ein System von offenen Kanälen gelangt es bis in die tiefsten Winkel des Auenwaldes. Die so wiederbelebte Landschaft ist inzwischen wieder Lebensraum vieler Vogelarten. Und auf den Wiesen entlang des Donauabschnitts hat man Wisente, Exmoor-Ponys und Auerochsen ausgewildert, die eine naturnahe Beweidung betreiben und damit das typische Landschaftsbild pflegen.

2:25

Andreas Kieling: Expeditionen zu den letzten ihrer Art

Dokumentation, Deutschland, 2009


Ruanda, Kirgisistan, Indonesien und Australien sind die Stationen von Andreas Kieling bei seiner Suche nach den Letzten ihrer Art. In Kirgisistan will Kieling das Marco-Polo-Argali, das größte Wildschaf der Erde, finden. Nur noch wenige hundert Bergschafe sollen heute noch leben, denn ihr gewaltiger Kopfschmuck war eine begehrte Trophäe. Im tropischen Teil Asiens ist Andreas Kieling einem anderen Riesen auf der Spur - dem "Drachen" von Komodo. Auf der indonesischen Insel Komodo, abseits der üblichen Touristenpfade, sucht Andreas Kieling die Begegnung mit den gigantischen Echsen. Ein weiteres beeindruckendes Reptil lebt in Australien - das Salzwasser- oder Leistenkrokodil. Andreas Kieling folgt ihnen in ihr Element: Ein Tauchgang mit den Giganten ist der Höhepunkt seiner Begegnung mit diesen Erben der Saurier.

3:10

Hannes Jaenicke im Einsatz für Haie

Dokumentation, Deutschland, 2009


Diesmal verfolgt Hannes Jaenicke das Schicksal eines Tieres, das bisher klar als Täter - und nicht als Opfer - gilt: der Hai. Die Könige der Meere sind vom Aussterben bedroht. Ihr größter Feind: der Mensch. Jede Sekunde werden weltweit sechs Haie von Menschenhand getötet, im Jahr an die 200 Millionen. Zahlen, die bisher die wenigsten stören, denn der König der Meere hat weder Lobby noch Freunde. Zu oft wollten Filme uns glauben machen, Haie seien blutrünstige und hinterhältige Killermaschinen. Ein tödliches Image, gegen das der Schauspieler ankämpft. Er reist nach Hawaii, um dort die Tiere in ihrem Lebensraum hautnah zu beobachten. Doch Jaenickes Einsatz für Haie geht viel weiter: Der Hai wird vor allem wegen seiner Flossen gejagt - im asiatischen Raum eine begehrte Delikatesse. Jaenicke macht sich mit versteckter Kamera auf die riskante Suche nach den Hintermännern im Hai-Handel.

Mehr zur Sendung: "Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Haie"

3:55

Lizenz zum Überleben

ZDF.umwelt vom 17.10.2010 anlässlich der Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt.

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