Die verschwundene Mauer

Eine Spurensuche in Berlin

Dokumentation | Dokumentation - Die verschwundene Mauer

Sie war die am strengsten bewachte Grenze der Welt: die Berliner Mauer, in der DDR "antifaschistischer Schutzwall" genannt. Nach der Wende wurde sie rasch abgräumt, bis auf wenige Reste.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.10.2017, 23:59

Sie war die am strengsten bewachte Grenze der Welt. Eine Trennlinie zwischen zwei verfeindeten Mächten, ein in Stein gemauertes Symbol des Kalten Kriegs. Ein groteskes Bauwerk, das Deutschland auseinander riss, das Leben vieler Menschen forderte, Familien und Freunde trennte: die Mauer, die in der DDR auch gerne als „antifaschistischer Schutzwall“ propagiert wurde.

Mauerrest an der Gedenkstätte Bernauer Straße
In der "Gedenkstätte Bernauer Straße" steht noch ein Stück Original-Mauer.

Von 1961 bis 1989 war Berlin zerschnitten. Die West-Berliner waren hinter einer Mauer eingesperrt, die in ihrer Wirkung allenfalls von der chinesischen Mauer übertroffen wurde. Junge Leute fragen sich heute irritiert im Verkehrsgewühl mitten auf dem Potsdamer Platz: Hat hier tatsächlich eine Mauer gestanden? Hat es hier wirklich den berüchtigten Todesstreifen gegeben? Für die 20-Jährigen kaum mehr vorstellbar. Das Mauerwerk wurde nach der Wende rasch abgeräumt, bis auf wenige schlecht erhaltene Reste. Man wollte diese Last der deutschen Teilung endlich loswerden.

Große Geschichte und einfacher Alltag

Die Dokumentation zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2012 macht sich auf die Suche nach einem nahezu verschwundenen Bauwerk, das vor allem in der Erinnerung fortbesteht. Detlef Aargard kroch mit seiner Familie einstmals durch einen selbst gegrabenen Tunnel Richtung Westen, noch heute erinnert er sich an die dramatischste Zeit seines Lebens. Archäologen haben diesen Tunnel jüngst erforscht und freigelegt, auch er ist schließlich Teil der deutschen Geschichte. Der Film zeigt an ausgesuchten Stellen Berlins, wie es mit und ohne Mauer aussah, wie man dort lebte und arbeitete. Und flüchtete. So sprang die Ostberliner Krankengymnastin Rosemarie Platz kurz nach dem Mauerbau aus einem Haus an der Bernauer Strasse in den Westen. Klaus Abraham erlebte die Zeit wiederum auf der Westberliner Seite – als Feuerwehrmann. In seinem Sprungtuch landeten die verzweifelten Flüchtlinge, die sich aus den noch unvermauerten Gebäuden an der Bernauer Strasse stürzten.

Die Dokumentation am deutschen Nationalfeiertag  besucht nicht nur Zeitzeugen, denen die Grenzanlage heute wie ein Albtraum vorkommt, sondern sucht auch nach den letzten sichtbaren Resten der Mauer.  Wissenschaftler kümmern sich heute um die Überreste dieses Bauwerks. Sie zeichnen die letzten Spuren akribisch auf und untersuchen die mittlerweile in aller Welt verstreuten Mauerstücke: Welche Fragmente der „verschwundenen Mauer“ sind echt? Die Dokumentation erzählt aus der großen Geschichte, aber auch aus dem einfachen Alltag von Menschen, die im Schatten der absurden Sperranlage zu leben hatten.

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