Die Welt um das Jahr Null

In welche Umstände wird Jesus hineingeboren?

Das Jahr Null der Christenheit: In Roms letztem Winkel, in der kleinen Stadt Bethlehem, wird ein Kind mit Namen Jesus geboren. Noch ahnt niemand, dass dieses Ereignis wie kaum ein anderes nicht nur Rom, sondern die ganze Welt verändern wird. Wie waren die Umstände, in die das Kind Jesus hineingeboren wurde, wie sieht die Welt aus, in der Jesus aufwächst?

Der Stall von Betlehem mit dem Jesuskind Quelle: ZDF

Nicht weit von der Stadt Bethlehem erstreckt sich eine Landschaft, die sich seit biblischen Zeiten kaum verändert hat. Das ist die Welt, die auch die Schreiber der Evangelien des Neuen Testaments vor Augen hatten, die die Ereignisse beschreiben. Wie in biblischen Zeiten bestimmen heute Hirten das Leben auf dem Land. In dieser friedlich wirkenden, archaischen Welt erwarten Maria und Josef die Geburt ihres Sohnes Jesus.

Landschaft in der Nähe von Bethlehem Quelle: ZDF

Machterhalt um jeden Preis

Aber die Idylle trügt. Die Zeiten um das Jahr Null sind nicht friedlich. Das riesige Römische Reich kämpft um seinen Machterhalt. In dem Kolonialreich wird der Römische Frieden propagiert. Die imperiale Macht im fernen Rom duldet keine Herrschaftsansprüche neben sich. Das Imperium Romanum, das Römische Reich, ist die damalige Welt. Sie erstreckt sich über halb Europa, Nordafrika, über weite Teile Kleinasiens und den Nahen Osten. Von Rom aus regierte die Kolonialmacht bis in die hintersten Provinzen.

Das Imperium Romanum um das Jahr Null Quelle: ZDF

Doch überall erheben sich die Provinzen. Kriege werden in vielen Teilen des Landes geführt. Eines der Aufstandsgebiete ist die Heimat von Maria und Josef. Sie stammen aus dem kleinen Ort Nazareth, unweit des Sees Genezareth in Galiläa. Mit eiserner Hand werden Aufstände im Keim erstickt. Rom demonstriert Stärke, der römische Frieden, pax romana, ist Kaiser Augustus' Schlagwort. Es ist politisches Programm, denn der Kaiser träumt vom Frieden im gesamten Reich.

Aufstände in Palästina

Aber Palästina wehrt sich. Die Menschen wollen selbst bestimmen, wer ihr Herrscher ist. Es beginnt ein Aufstand gegen Rom, der Jahrzehnte andauern wird. Jerusalem, das Zentrum der Juden, wird in diesen Kriegen zum blutigen Schauplatz. Umkämpft wird der Tempel, der am Ende in Flammen aufgeht. Als wäre die Zeit stehen geblieben, liegen noch heute unverändert die von den Römern herabgestürzten Quadersteine vor den Mauern des Tempelberges.

Unterdrückung und Ungerechtigkeit

In Galiläa kommt es zu einem regelrechten Guerillakrieg. Römer werden hinterrücks attackiert. Sie sind Fremde im Land, sprechen nicht die Sprache der Leute und müssen mit Anschlägen rechnen. Ihre Militärpräsenz wird erhöht. Rom lässt Tausende öffentlich hinrichten. Es ist nicht auszuschließen, dass Jesus als Kind Zeuge der Kreuzigungen war. Die Chronisten berichten von Unterdrückung und grausamen Strafen zur Niederschlagung dieser Revolten. Aufstände, die mehr als ein Jahrhundert geführt werden und als jüdische Kriege in die Geschichte eingehen.

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