Ein Drehtag mit Happy-End

Andreas Postel über die Dreharbeiten zu "Erfurt"

Wer sich die Filmaufnahmen der ruinierten historischen Erfurter Altstadt aus den 80iger Jahren in unserer Feiertagsdokumentation zum Tag der Deutschen Einheit nochmal ansieht, wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution ist die Erinnerung an den realexistierenden Sozialismus verblasst. Umso mehr erstaunen und begeistern die Vorher-Nachher-Animationen, die Kameramann Peter Schiemenz und Cutter Martin Marks für die Dokumentation erstellt haben.

Allein diese Aufnahmen tragen einen Film, der in seiner Gesamtheit überraschend, jung und frisch daherkommt. So sucht der Songwriter Clueso den Sound seiner Heimatstadt und Schauspielerin Yvonne Catterfeld erzählt von ihrer Kindheit im Erfurter Plattenbaugebiet „Roter Berg“.

Dreharbeiten mit Überraschungen

Die Dreharbeiten hielten einige Überraschungen bereit. Als wir mit Yvonne Catterfeld endlich einen Drehtermin fest gemacht hatten, gab es ausgerechnet an diesem Tag 38 Grad im Schatten. Wir schwitzen in der Sonne, doch Yvonne Catterfeld hielt durch, blieb locker und herzlich bis zum Ende der Dreharbeiten. Ihr gerade erst ein paar Monate früher geborenes Kind wurde derweil von Papa Oliver Wnuk im Kinderwagen umhergeschoben. Ich war sehr froh ob seiner stillen Unterstützung. So wurde der Tag für das ganze Team ein Drehtag mit Happy End. Bei Clueso war es noch besser: Ich hatte zwar mit ihm früh einen Drehtermin gefunden, er war dann allerdings medial so gefragt, dass wir immer wieder umdisponieren mussten. Wir hatten nämlich etwas Ungewöhnliches vor: Ein Spontankonzert in der Erfurter Innenstadt – Clueso war sofort Feuer und Flamme, aber ganz so einfach war das nicht. Was, wenn zu große Menschenansammlungen die öffentliche Ordnung störten? Wir verabredeten ein kurzes unplugged-Konzert mit einfacher Gitarre, zwei, drei Songs und gut. Kaum hatte Clueso angefangen, die ersten paar Takte zu spielen, verbreitete sich in den Sozialen Netzwerken der Auftritt wie ein Lauffeuer und es dauerte nicht lange, da waren seine zumeist weiblichen Fans vor Ort. Eine schöne, ausgelassene Stimmung entstand, doch um nicht allzu großes Aufsehen zu verursachen, beendeten wir das Konzert, gleich nachdem der Kameramann seine Bilder im Kasten hatte.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet