Durch den wilden Kaukasus

Winterspiele in Sotschi

„Es ist ein Mittelding zwischen Dubai und Disneyland, nur mit Schnee“, sagt die beste deutsche Snowboarderin Amelie Kober, als sie aus der Seilbahn zum ersten Mal die olympischen Anlagen in den kaukasischen Bergen sieht.
Putin hat sein ganzes Prestige in die Waagschale geworfen, um die olympischen Winterspiele nach Sotschi zu holen. Er will der Welt eine seiner Lieblingsregionen zeigen und nebenbei Russland als weltoffene, moderne Sport-Großmacht präsentieren. Mit Macht und sehr viel Geld wird die subtropische Region am Schwarzen Meer zu einem der modernsten Wintersportorte der Welt umgebaut.

ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek hat die Menschen dort begleitet, die „Nachbarn“ von Olympia: Natascha und Ilja, die einen kleinen Skiverleih betreiben und als letzte Einheimische der neuen Großbaustelle trotzen; die Lawinenwächter, die in Blechwaggons hoch über den Wettkampfstätten die Lawinengefahr beobachten und dabei über die Umweltzerstörung durch die Winterspiele nachdenken. Oder die Kosaken, die schon immer an den Grenzen Russlands gelebt haben und ihre eigenen „olympischen“ Reiterspiele in der Region abhalten.

Bei den "Nachbarn" von Olympia

Unten am Schwarzen Meer kämpft Galina um den Erhalt ihres Campingplatzes direkt am Strand. Von den Behörden wird sie schikaniert, der Grund: Ein Politiker will das Filetgrundstück haben. Oben an den Hängen des Kaukasus legt die Slowenin Mojca riesige Schneelager an, falls es doch nicht genug Schnee geben sollte in diesem Winter. Als Skilehrerin im Schweizer Skiort Gstaad hat Mojca die russische Politik-Elite kennengelernt. Nun ist sie verantwortlich für ausreichenden Schnee und guten Pistenzustand bei den Olympischen Spielen im Kaukasus.

In der atemberaubend schönen Landschaft des wilden Kaukasus verbinden die Menschen Hoffnung und Angst mit diesen Olympischen Spielen: Hoffnung, dass ihre Region endlich Aufmerksamkeit und Entwicklung erfährt, Angst, dass die Schönheit der kaukasischen Berge für immer verloren gehen könnte. Und sie am Ende vielleicht wirklich nicht mehr wären als Disneyland im Kaukasus.

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