Ein Bischof am Puls der Zeit

Der Osnabrücker Oberhirte Franz Josef Bode

Er ist ein Bischof zum Anfassen: Franz Josef Bode sucht den Kontakt zu den Menschen. Dabei geht er auch ungewöhnliche Wege für einen katholischen Oberhirten - etwa beim Internetchat mit Jugendlichen oder einem eigenen (Hirten-) Brief an die Kinder seines Bistums.

Politisch mischt sich der 57-jährige ein, wenn er grundlegende Rechte und christliche Prinzipien gefährdet sieht. Franz Josef Bode engagiert sich gegen Jugendarbeitslosigkeit ebenso wie für den Schutz des Lebens.

Als Jugendbischof der Bischofskonferenz hat sich Bode einen Namen weit über Deutschland hinaus gemacht. An der Vorbereitung und Durchführung des Weltjugendtags 2005 in Köln war er wesentlich beteiligt. Er gilt als bodenständig, gesprächsfreudig und vermittelnd in Konflikten. Viele schätzen vor allem seine Bereitschaft zum Zuhören.

Mit Kanten und Ecken

Theologisch gehört Bode unter den deutschen Bischöfen eher zum liberaleren Flügel. In der Vergangenheit machte er immer wieder durch Aufsehen erregende Aktionen auf sich aufmerksam. So sprach er etwa am Palmsonntag 2000, nach dem Vorbild Papst Johannes Paul II., öffentlich ein "mea culpa" zu Fehlern der Kirche in Vergangenheit und Gegenwart.


Ein Jahr davor hatte er einen Brief an Wegbegleiter der Jugendlichen "zu einigen Fragen der Sexualität und der Sexualpädagogik" geschrieben. Beide Aktionen brachten ihm allerdings unter seinen Amtskollegen nicht nur Sympathien ein. Es ist durchaus möglich, dass ihm deshalb auch der Wechsel auf den Posten des Erzbischofs von Paderborn vor einigen Jahren verwehrt blieb.

Dreharbeiten mit Franz Josef Bode Quelle: ZDF

"Gott ist größer als unser Herz"

Standfestigkeit und Lebendigkeit sind nach Ansicht Bodes im Leben der Kirche kein Widerspruch. Daher sucht er immer nach neuen Wegen und Angeboten, Menschen, die der Kirche fern stehen, Kontaktmöglichkeiten zu bieten. Das direkte Gespräch mit Einzelnen ist Bode wichtiger als medienwirksame Auftritte. Er ist überzeugt, je spiritueller die Kirche ist, je tiefer der einzelne im Glauben verwurzelt ist, umso politischer wird die Kirche auch sein. Denn im christlichen Glauben steckt eine große sozial-politische Gestaltungskraft.

1995 wurde Franz Josef Bode von Papst Johannes Paul II. als jüngster deutscher Diözesanbischof zum Bischof von Osnabrück ernannt. Seit 1996 ist er Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet: "Gott ist größer als unser Herz".

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