Ein Porträt von Jesus

Der "Volto Santo" als Ikone der Abgar-Legende?

Eine weitere Spur zum "wahren Bild Christi" ist die Geschichte König Abgars. Der König ist krank. Er hat von einem Wunderheiler aus Galiläa gehört und schickt seinen Läufer Ananias, um den Mann, den sie Jesus nennen, zu finden. Ananias soll ein Bild anfertigen, eine Ikone von Jesus, die den kranken König heilen soll.

Wurde Christus für den "Volto Santo" portätiert?

Nach der Abgar-Legende soll Jesus für ein Porträt Modell gesessen haben. Der kranke König Abgar erhoffte sich, durch eine Ikone von Jesus, dem Wunderheiler aus Galiläa, geheilt werden zu können.

Eva Haustein, Leiterin des Ikonenmuseum in Recklinghausen, erklärt die Rolle von Ikonen: "In den Ikonen wird der dargestellte Heilige oder Christus präsent und dadurch haben die Ikonen auch etwas von der Kraft und Energie dieser dargestellten Person und können Wunder wirken, zum Beispiel Städte beschützen, Kranke heilen, in Schlachten eingreifen, und entfalten dadurch ihre besondere Wirkung."

Sehnsucht des Sehens

Während der Zeit, in der das Jesus-Gemälde durch Ananias entstanden sein muss, begann der Bilderstreit. Das Land der Bibel verbot bildliche Darstellungen. Wie könnten hier Porträts von Jesus und seiner Mutter erlaubt sein? Ananias ist keineswegs der einzige Maler in der christlichen Tradition. Auch der Evangelist Lukas soll ein Bild der Gottesmutter Maria angefertigt haben. Die Berichte über die christlichen Künstler reichen in das siebte Jahrhundert zurück.

Heinrich Pfeiffer, Professor für Kunstgeschichte und Theologe, erklärt, woher die Sehnsucht nach Bildern kam: "Es waren ja Griechen, die Christus sehen wollten. Die Sehnsucht des Sehens und nicht nur Hörens ist natürlich viel stärker bei Leuten, die durch die griechische Kultur bestimmt sind." Der bildreiche Himmel der Griechen und die bildlose Welt des Judentums prägen den christlichen Bilderstreit. Letztlich siegten die Bilder.

Das wahre Bild Jesu?

Das Jesus-Bild wird König Abgar von seiner Krankheit heilen. Der Überlieferung nach beginnt die lange Reise des Jesus-Porträts in Jerusalem. Anschließend soll sie über Edessa, dem Sitz König Abgars, und Konstantinopel bis nach Rom geführt haben. Ein Weg, der das wahre Bild Christi endlich auch nach Manoppello gebracht haben könnte. Ist das Heilige Antlitz von Manoppello jenes Urbild, das im Auftrag von König Abgar noch zu Lebzeiten Jesu entstand?

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