Einmal Russland und zurück

Eine neue deutsch-russische Geschichte

"Diese Russen waren von einem Geheimnis umgeben, das uns Kinder schwer beschäftigte. Später haben wir beschlossen, nach Russland zu fahren und das zu ergründen", erzählen Claudia und Marco aus Brandenburg, wo sie zu DDR-Zeiten russischen Soldaten begegneten … Und sie sind überglücklich, dass sie genau das jetzt endlich umsetzen werden. Denn für unsere neue ZDF-Erlebnisdokumentation brechen die beiden mit ihren jungen Töchtern ins winterliche Russland auf, zu einem spannenden Tausch.

Die Familie übernimmt für zwei Wochen ein traditionsreiches Restaurant in St. Petersburg, das vor rund 25 Jahren von der Deutsch-Russin Tatjana gegründet wurde. Deren Familie kocht zur gleichen Zeit im beliebten Restaurant der Brandenburger: Für sie wird das ZDF-Abenteuer eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln.

Für uns Deutsche ist Russland seit jeher ein magischer Ort, ein Land, mit dem viele Emotionen verbunden sind. Einst Ziel deutscher Auswanderer, die, von Zarin Katharina gerufen, dort ihr Glück suchten – später Alptraum für Deportierte, Soldaten und Kriegsgefangene. Russland ist für die Deutschen ein Land der Extreme, es steht zugleich für eisige Kälte und menschliche Wärme. Und in St. Petersburg, wo die Prachtstraße, der "Newski Prospect", bis zum ersten Weltkrieg für eine selbstbewusste deutsche Gemeinde  so etwas wie ein Stück "Heimat" bedeutete, ist seit den 90er Jahren wieder die evangelische Petri-Kirche Treffpunkt der "Petersburger Deutschen".

Hilfe, die Russen kochen!

Dorthin zieht es nun die jungen Brandenburger. Seit über 100 Jahren betreibt Marcos Familie einen Dorfgasthof. Von Generation zu Generation wurden Restaurant und Rezepte weitervererbt. Eine Familie mit Tradition – und mit Pioniergeist. Marco und Claudia, beide Mitte 30, träumen schon lange davon aufzubrechen, denn seit ihren ersten Begegnungen mit russischen Soldaten in der Kindheit sind sie fasziniert vom Riesenreich im Osten. Für die ZDF-Weihnachtsdokumentation übernimmt die Familie also auf Zeit das deutsch-russische Restaurant "Staraja Derevnja" in St. Petersburg. Der Urgroßvater der Gründerin Tatjana kam einst als Lehrer aus Deutschland in die Zarenstadt; die Familie durchlebte hier Revolution, Stalin- und Kriegszeit, Blockade und Wiederaufbau. Die Petersburger übernehmen im Gegenzug den Brandenburger Gasthof der deutschen Tausch-Familie.

Die Dokumentation begleitet diese große Herausforderung: Mit welchen Erwartungen kommt man ins andere Land? Wie wurden diese Erwartungen geprägt? Und wie ist der Alltag der Menschen wirklich? Ein spannendes Experiment: der Aufbruch in das neue Russland der einen und die Rückkehr zu den eigenen Familienwurzeln der anderen Familie. Die Abenteurer – und mit ihnen die Zuschauer – lernen ihr Gastland intensiv kennen. Sie müssen in einer fremden Küche in kürzester Zeit kochen und erfolgreich ihr Tauschrestaurant führen. Wie reagieren die Gäste? Welche Regeln und Traditionen gilt es zu beachten, gerade jetzt, zur Weihnachtszeit? Die ZDF-Erlebnisdokumentation zeigt Überraschendes in Russland - und Ungeahntes im deutschen Alltag.

Eine neue Erlebnisdokumentation auf der Spur von "Sternflüstern"

Ein völkerverbindendes Abenteuer, das im ZDF auch als Doku-Format bereits Tradition hat, ­seit zwei deutsche Familien den Winter 2003/2004 am eisigen Baikalsee verbrachten. Ihre Geschichte unter dem Titel "Sternflüstern" kannte zu der Zeit jeder Dritte in Deutschland, und die begeisterten Reaktionen auf das ZDF-Sibirien-Abenteuer verrieten auch immer wieder die Verblüffung der ­- meist jungen -­ Zuschauer: Was, so dramatisch schön und so herzerwärmend freundlich kann es in Sibirien sein? Zusammen mit den deutschen Familien konnten sie in den ganz normalen Alltag eintauchen,­ ohne eh schon alles wissende Promi-Reporter, ohne künstliche Ekel-Spielchen.

So hatte das ZDF einen starken Start ins "Factual Entertainment". Erlebnisdokumentationen begleiten die Annäherung an eine fremde Welt.­ Und dann kann wirklich etwas passieren. Nach »Sternflüstern« kamen ins Baikal-Dörfchen Chuschir viele Deutsche, so dass inzwischen fast jedes Haus dort Besucherzimmer anbietet und sich der Direktflug München-Irkutsk lohnt. "Warum macht Ihr das nicht umgekehrt?" fragten russische Fans uns immer wieder: "Holt mal russische Familien nach Deutschland und schaut, wie es uns bei Euch gefällt"“ Die Frage ist wichtig, im heutigen Deutschland der Aus- und Zuwanderer. So wurde aus der "Familienverschickung" ein "Familientausch". Der erste, vergangene Weihnachten, hieß "Einmal Wilder Westen und zurück": Eine junge Allgäuer Wirtsfamilie führte ein Café an der amerikanischen Route 66, während in ihrem bayerischen Biergarten die Deutsch-Amerikanerin Lilo und ihre Kinder und Enkel das Regiment übernahmen. In den Küchen erreichte die deutsch-amerikanische Freundschaft eine neue Dimension. Und in Lilos ältester Tochter Nancy wuchs die Gewissheit, ihre Heimat gefunden zu haben. Sie wäre gerne in Deutschland geblieben. Was aber wird aus der geheimnisvollen Anziehungskraft zwischen Deutschen und Russen bei so einem Tausch?

Suchen St. Petersburg – bieten Brandenburg

Die deutsche Familie erfährt erst bei der Ankunft in Petersburg, was für ein Restaurant sie übernehmen sollen. Gerade mal einen Tag haben sie Zeit, das "Staraja Derevnja" mit seiner opulenten Speisekarte kennen zu lernen, dann müssen sie gemeinsam mit dem Personal das Restaurant schmeißen. Marco steht als Chefkoch in der Küche; seine Frau Claudia macht den Service. Ihre erste Erkenntnis: Das Nationalgetränk der Russen ist nicht etwa Wodka – schwarzer Tee ist für die Menschen in Petersburg aus ihrem Alltag nicht wegzudenken. Die große Herausforderung für die Deutschen ist eine anständige Soljanka. Suppen sind in Russland keine Vorspeisen sondern vollwertige Mahlzeiten. Und die Soljanka gilt als das Maß aller Dinge ... Das "Staraja Derevnja" ist gut besucht: von anspruchsvollen Stammgästen und von zahlreichen Klubs, die sich hier regelmäßig treffen. Die Küche hat einen tadellosen Ruf, hier speiste schon Prinz Charles als er das erste Mal Petersburg besuchte. Die Deutschen müssen sich anstrengen!

Auch für die deutsch-russische Tauschfamilie beginnt die Herausforderung gleich nach ihrer Ankunft in Brandenburg. Wie jedes Jahr trifft sich im Gasthof der gesamte, örtliche Karnevalsverein: hundert Mann … mit mächtig Kohldampf. Das Kochen bringt für beide Familien täglich neue Abenteuer mit sich: Alles ist anders, der Geschmack der Gäste, die Zubereitung der Gerichte, der Einkauf von Waren. So sind gerade die ersten Tage für beide Familien eine aufregende Expedition in ein unbekanntes Land.

Kotelett küsst Kaviar

Bald kommen sowohl in Brandenburg als auch in Petersburg neugierige Gäste: Es hat sich herumgesprochen, dass „Neue“ am Herd stehen. Die Familien erfahren sehr schnell, wie die Menschen hier ticken. Sie knüpfen Kontakte und schließen Freundschaften, und sie entdecken gemeinsam mit ihren neuen Bekannten das fremde Land.

In Petersburg erleben die Deutschen, dass Russen eine völlig andere Restaurant-Tradition haben. Ihnen geht es meist nicht um ein gutes Gespräch und gediegenes Essen. Im Restaurant will man mit Leuten zusammen sein und feiern. Da werden Reden gehalten, Toasts ausgebracht und nicht selten tanzen die Gäste zu lauter Musik bis in die Nacht. Ein junges Paar plant schon seit Monaten seine Hochzeit im "Staraja Derevnja". Lera und Andrej wussten anfangs nicht, dass Deutsche in der Küche stehen würden. Nun machen sie sich Sorgen, ob ihre Feier glatt über die Bühne geht. Für den Brandenburger Koch Marco eine echte Herausforderung! Die Russen haben sich für ihr deutsches Restaurant etwas Besonderes ausgedacht: einen russischen Winterabend mit weihnachtlichen Spezialitäten und Musik. Überrascht sind sie, dass es gar nicht so einfach ist, alle nötigen Zutaten aufzutreiben. Und dann ist der Gasthof auch noch voll wie nie zuvor. Jetzt müssen sie sich beweisen ...

So kämpfen die beiden Familien alltäglich für ihr Tauschrestaurant, mit großem Engagement, viel Teamgeist und Humor. Ihre Begegnungen führen die Zuschauer zu spannenden Menschen und an ungewöhnliche Orte. Wir tauchen mit den Familien ein in eine fremde Welt - und lernen zugleich eine ganze Menge über uns selbst.

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