Europa auf dem "rechten" Weg?

EU-Gegner auf Stimmenfang

Nein zu diesem Europa - so lautet die Formel, mit der europaskeptische und rechtspopulistische Parteien ihre Wähler mobilisieren wollen. Das bedeutet aber nicht, dass sie ihre alten Themen wie Kritik an der herrschenden Klasse und Fremdenfeindlichkeit aus den Augen verloren haben.

So kämpft Geert Wilders in den Niederlanden nicht nur gegen das „Monster aus Brüssel“ und für den Euroausstieg. Mitte März rief er auf einer Wahlkampfveranstaltung „Wollt ihr mehr oder weniger Marokkaner?“. Die Freunde seiner Partei für die Freiheit (PVV) gaben lauthals die kalkulierte Antwort: „Weniger, weniger“.


Genau wie er hofft in Frankreich Marine Le Pen mit ihrem Front National bei der Europawahl stärkste Partei im Land zu werden. Grenzen dichtmachen, den Franc wieder einführen, Sozialleistungen steigern – damit punktete sie schon bei den Kommunalwahlen.

Nur ein Vorgeschmack?

Nur ein Vorgeschmack auf den Ausgang der Europawahl am 25.5.2014? Quer durch Europa treten in knapp einem Dutzend Länder Parteien mit dieser einfachen These an: Genug gezahlt für die Bonzen in Brüssel, genug gezahlt für die Rettung der Südeuropäer. Studien zufolge könnten die europakritischen rechten Parteien rund 100 von 751 Sitzen im Parlament erringen.
Le Pen und Wilders wollen mit Gleichgesinnten eine eigene Fraktion bilden und umwerben die „Alternative für Deutschland (AfD)“, die eine Zusammenarbeit aber kategorisch ausschließt. Ginge es nach der AfD, gäbe es den Euro bald nur noch für die starken nordischen Länder, langfristig plädieren sie für einen geordneten Rückzug aus der gemeinsamen Währung.
Udo van Kampen und Ina D'hondt gehen in der Dokumentation den Fragen nach, welchen Einfluss die EU-Kritiker auf die Politik im europäischen Parlament haben werden und welche Gefahr sie für das Projekt Europa darstellen. Die Autoren haken außerdem bei Vertretern der etablierten Parteien nach, was sie der Anti-Europastimmung entgegensetzen.

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