Familien in Not

Franziskaner helfen in Bethlehem

Die Situation der Familien in Bethlehem ist schwierig. Die hohe Arbeitslosigkeit führt dazu, dass viele in ärmlichen Verhältnissen leben müssen. Aufgrund der politischen Situation gibt es kaum eine Perspektive auf ein Leben in Frieden und Freiheit.

Geschlossene Andenkenläden in Bethlehem Quelle: ZDF

Viele Familien wandern aufgrund dieser schwierigen Situation aus. Die Geburtsstadt Jesu droht damit zu einem Ort ohne einheimische Christen zu werden. Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Problemen fühlen sie in den letzten Jahren einen zunehmenden Druck von Seiten der Muslime, da christliche Araber nicht von allen als gleichberechtigt angesehen werden.

Eine Lebensperspektive


Das Familienzentrum der Franziskaner möchte den Familien helfen und ihnen dadurch auch eine Lebensperspektive in ihrer Heimat bieten. Das Angebot richtet sich an alle Einwohner Bethlehems. Doch vor allem Christen nehmen es in Anspruch, berichtet Schwester Maria Grech, denn sie berate in einem christlichen Sinne. "Dazu kommt, dass ich bei der Beratung die Ehemänner und die Frauen brauche. Und bei unseren muslimischen Brüdern, ist es etwas schwierig für die Männer sich von einer Schwester oder einer Frau beraten zu lassen. Deshalb kommen sie seltener."

Die Eheberatung ist ein Standbein des Familienzentrums. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit fehlt es vielen Familien an Geld für das Nötigste: Essen, Kleidung und Schulgeld für die Kinder. Das belaste viele Partnerschaften. "Sie versuchen, zusammen zu bleiben; aber es ist nicht einfach", so die gebürtige Malteserin, die seit 20 Jahren in Bethlehem arbeitet.

Ehevorbereitung und Jobprogramm

Neben der Eheberatung investieren die Franziskaner viel Energie in die Ehevorbereitung für junge Paare. Die Kurse dauern mehrere Monate mit wöchentlichen Treffen. Neben der Einführung in das christliche Verständnis von Ehe und Familie erfahren die jungen Palästinenser, wie sie angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Situation ihr gemeinsames Leben organisieren können und wo sie Hilfe erfahren. Dabei geht es auch um Fragen der Erziehung und Ausbildung von Kindern.

Ganz konkrete Hilfe bietet das Familienzentrum der Franziskaner mit seinem Job-Programm. Mit Spenden werden der Ausbau und die Renovierung von Wohnraum für Familien und Bedürftige in Bethlehem finanziert, um ein Alltagsleben in Würde zu ermöglichen. Oft fehlen sanitäre Anlagen oder müssen Familien mit zwei oder mehr Kindern in kleinen Zweizimmerwohnungen leben. Durch das Job-Programm finden seit 2004 jedes Jahr rund 35 junge arbeitslose Familienväter Beschäftigung. Die Baustoffe werden bei lokalen Firmen gekauft, so dass weitere Familien von dem Projekt profitieren. "Es ist ein kleiner Tropfen im großen Meer", erklärt Schwester Maria.

Knappe Gelder

Das Projekt laufe recht gut und die Menschen zählten jetzt auch auf diese Arbeit. "Aber um sie fortsetzen zu können, müssen auch unsere Spender zunehmen." 2009 mussten Ende Oktober die Arbeiten eingestellt werden, weil keine Gelder mehr vorhanden waren. Regelmäßig unterstützt wird das Familienzentrum vom Lateinischen Patriarchat in Jerusalem, den Benediktinern der Dormitio-Abtei in Jerusalem sowie Einzelspendern - vor allem aus Europa und den USA.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet