Gibraltar - The Rock

Im Dienst der Krone

Dokumentation | Dokumentation - Gibraltar - The Rock

An der Südspitze Spaniens fühlt man sich plötzlich wie in England: Gibraltar, kleinste Kolonie Großbritanniens mit Bobbys, roten Telefonzellen und dem ungewöhnlichsten Flughafen der Welt.

Beitragslänge:
13 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.03.2017, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

An der Südspitze Spaniens fühlt man sich plötzlich wie in England: Gibraltar, kleinste Kolonie Großbritanniens mit Bobbys, roten Telefonzellen und dem ungewöhnlichsten Flughafen der Welt. Nur hier kreuzt eine Hauptstraße die Startbahn. Anders geht es nicht, denn Gibraltar misst nur 6,5 Quadratkilometer.

Rund 28.000 Briten - und etwa 200 Berberaffen, erzeugen ein quirliges Leben auf der Halbinsel. Und während die Makaken oben auf dem Fels die Touristen ärgern, patrouillieren in seinem Inneren britische Soldaten. Rund 56 Kilometer Straßen und Wege hat das Militär durch sein Inneres gegraben. Nur ein kleiner Teil ist heute offiziell zu sehen, zeigt aber, wie sich die wehrhafte Halbinsel gegen ihre Feinde wappnet und dies noch heute tut.

Schmuggler und Geld-Verstecker

The Rock, wie Gibraltar genannt wird, hatte England im Jahr 1704 Spanien entrissen. Der Außenposten Englands an der Straße von Gibraltar hatte viele Anfeindungen zu überstehen, zuletzt im Zweiten Weltkrieg, als Hitler mit der "Operation Felix" die Halbinsel einnehmen wollte, aber an der fehlenden Mitwirkung Spaniens letztlich scheiterte. Doch auch heute ist die Grenze stark gesichert. Denn Gibraltar gehört nicht zum Schengener Abkommen, das Gebiet ist steuerfrei und damit interessant für Geldanleger - und Schmuggler zugleich. Hinzu kommen Grenzstreitigkeiten mit Spanien. Immer wieder gibt es längere Wartezeiten an den Übergängen, weil Spanien - nach Ansicht der Gibraltarer - mal wieder versucht, ihnen das Leben schwer zu machen. Die britische Besetzung ist auch heute, 300 Jahre später, der Regierung im fernen Madrid noch immer ein Dorn im Auge.

Das Leben auf der Halbinsel hat einige britischen Besonderheiten: wenn beispielsweise die Royal Gibraltar Police mal wieder spanische Fischer verjagt, weil sie auf britischem Gebiet fischen. Oder wenn die Männer der "Gibraltar Re-Enactment Society" in historischen Uniformen durch die Stadt defilieren, um zu demonstrieren, wie stolz sie auf ihre kleine Welt sind.

Autostau auf der Landebahn

Interessant ist auch die Unterwelt des Felsens: sowohl in die künstlich angelegten endlos langen Gänge, die für das Militär gebuddelt wurden, als auch in eine von rund 250 Tropfsteinhöhlen Gibraltars. Die prächtige "Lower Saint Michaels Cave" ist eine Herausforderung für jeden Besucher. Ebenso darf Gibraltars Flughafen in einem Portrait der Halbinsel nicht fehlen: Das britische Militär, noch immer Eigner des Airport, gewährte einen Einblick in den Alltag am Tower. Die Fluglotsen sind zugleich die Schrankenwärter. Gemeinsam mit der Polizei müssen sie ständig auf der Hut sein, dass sich auf der Startbahn gerade kein Auto-Stau bildet - oder ein Tourist meint, auf die Startbahn abbiegen zu müssen.

Nach Meinung seiner Bewohner wird Gibraltar als englische Kolonie so lange existieren, bis der letzte Berberaffe den Felsen der Halbinsel verlassen hat. Da sich die Primaten bester Gesundheit erfreuen, blicken die Briten ihrem Schicksal allerdings cool entgegen: mit Abwarten und Teetrinken.

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