Sie sind hier:

"Gründungscharta" des Christentums

Die vier Evangelien des neuen Testaments

Die Lebensgeschichte von Jesus und seinen Jüngern ist in den Evangelien aufgeschrieben. Wir kennen die vier Evangelien des Neuen Testaments nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Sie sind die "Gründungscharta" des Christentums und zeichnen ein relativ klares Bild über das Leben zur Zeit des Jesus von Nazareth.

See Genezareth
See Genezareth Quelle: ZDF

Die Chronologie der Ereignisse im Leben Jesu beschreibt das Neue Testament genau. Ihr Herzstück sind die vier Evangelien, der Überlieferung nach von vier Evangelisten verfasst. Das erste ist das Evangelium des Matthäus, dann folgt Markus, dessen Name für das älteste der vier Evangelien steht.


Das Evangelium nach Lukas ist das dritte Evangelium, das vor allem durch die detaillierte Erzählung der Weihnachtsgeschichte bekannt ist. Schließlich das Evangelium nach Johannes: Er entwirft ein ganz eigenes Bild der Jesusgeschichte. Diese vier Evangelien werden die kanonischen Evangelien genannt. Der Begriff "kanonisch" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "dem Kanon, also dem Kirchenrecht, entsprechend". Die kanonischen Evangelien sind anerkannter Teil des Neuen Testaments.

Relativ klares Bild über Jesus

Die vier Evangelien beschreiben die Art und Weise des Lebens zu Jesus Zeiten: In Palästina, am See Genezareth in Galiläa leben Fischer und Bauern ihr einfaches Leben, weitab von den Metropolen der antiken Welt. Die Menschen sind gläubige Juden, die die Gebote ihrer Religion streng beachten.


In diese Welt wird Jesus von Nazareth hineingeboren. Der Aktionsradius von Jesus ist der Bibel zufolge schnell abgesteckt. Er umfasst ein kleines Areal am See Genezareth, in einem Umkreis von etwa 60 Kilometern. Jesus Lehren werden im Mittelpunkt der christlichen Religion stehen, aufgeschrieben nach seinem Tod von Schreibern und Schriftstellern. Sie wollen die Ereignisse der Vergangenheit für die Nachwelt erhalten. Die Berichte spiegeln die Lebenszusammenhänge der Familien. Auch von der Familie, der Jesus entstammt, wird berichtet. Von seinen Geschwistern ist die Rede, von häuslichen Pflichten, von Nahrung und Kleidung. Das Handwerk des Vaters wird genannt, der den Beruf des Zimmermanns ausübte.

Passion steht im Mittelpunkt

Historiker sehen dank der Überlieferungen ein verhältnismäßig klares Bild der Jesusgeschichte, zumal über die Passion, die Leidensgeschichte Jesu, die immer im Zentrum steht. Die letzten Stunden im Leben des Jesus von Nazareth, in der Nacht vor Verrat und Verhaftung. Das Abendmahl am Tag vor der Hinrichtung ist in der Kunst tausendfach dargestellt. Jesus inmitten der Jünger, die sich ein letztes Mal um in versammeln. Dem Abendmahl wird heute noch in der gesamten Christenheit mit dem Trinken von Wein und dem Essen von Brot gedacht.

Die Verfolgung und Verhaftung Jesu wird von seinen Zeitgenossen wahrgenommen, von vielen weitererzählt und in Berichten weitergeben: Die Gefangennahme in den Morgenstunden, die Geißelung, die Qualen, die Jesus nach christlicher Auffassung für die Sünden der Welt auf sich genommen hat. Symbol dafür ist das Kreuz, das Folterinstrument, das Jesus selbst zu tragen hat.

Jesus im Leinentuch nach Kreuzigung
Jesus im Leinentuch nach Kreuzigung Quelle: ZDF

Gibt es die "eine" Wahrheit?

Wissenschaftler sind sich einig, dass die vier Schriften nicht auf historisch genauen Fakten beruhen. Und jede Kirche, jede Glaubensrichtung hat einen eigenen Ausdruck des Gedenkens, der Rituale, Gebete und Gesänge gefunden, die sich oft in langen Zeiträumen entwickelt haben. Unterschiedliche Formen, so vielfältig wie das Christentum selbst, kennzeichnen unterschiedliche Traditionen der Verehrung.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet