Happy birthday, Papst Benedikt!

Zum 85. Geburtstag von Joseph Ratzinger

Als er 2005 zum Papst gewählt wurde, war Kardinal Joseph Ratzinger gerade 78 Jahre alt geworden. Ein Mann im besten Rentenalter, selbst für kirchliche Verhältnisse, in denen Bischöfe mit 75 ihren Rücktritt einreichen müssen. Er hatte sich darauf gefreut, im Ruhestand endlich wieder Bücher schreiben zu können, als Theologieprofessor aus Leidenschaft.

Papst Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI. Quelle: reuters

Doch es kam anders; das "Fallbeil", wie er selbst in der ersten Audienz sagte, fiel unaufhaltsam auf ihn, und als gehorsamer Gottesmann nahm er die Wahl an. Seitdem ist der Bayer als Benedikt XVI. Oberhirte vom mehr als einer Milliarde Katholiken weltweit und steht als Nachfolger Petri (Petrus = der Fels) wie ein Fels in der Brandung der modernen Strömungen. Der Kampf gegen den Relativismus gehört zu seinen Grundthemen, die er schon vor dem Konklave gleichsam als Regierungsprogramm benannt hatte.

Reform ist nicht sein Thema

Papst Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI. Quelle: ZDF

Auch wenn er als Intellektueller lieber mit der Kraft der Argumente und der Überzeugung des Glaubens wirbt als mit Verboten und dogmatischen Erklärungen - Benedikt XVI. hat die Chance verpasst, als altersweiser und gütiger Papst in die Geschichte einzugehen. Wer dazu anfangs noch Hoffnungsschimmer sah, wurde rasch enttäuscht. Wohl ist er ein Mann des Wortes, weniger der Taten.

So drückte er zum Beispiel bei seinem Besuch in Erfurt seine Wertschätzung für den Reformator Martin Luther aus - eine Anerkennung der protestantischen Kirche als Kirche im katholischen Sinn bleibt aber verwehrt. Er fordert die Christen auf, ihren Glauben in der Welt zu bekennen - verwehrt aber nach wie vor den Frauen und verheirateten Männern den Weg zum Priesteramt. Er ruft auf zur Umkehr - aber die von Gläubigen und Priestern dringend erhoffte Reform der Kirche ist nicht sein Thema.

Papst bewältigt Mammutprogramm

Es ist bewundernswert, welches Arbeitspensum Benedikt XVI. als 85-jähriger Mann absolviert. Reisen wie der Deutschlandbesuch im September 2011 oder der Besuch in Mexiko und Kuba im März 2012 verlangen auch jüngeren Menschen physisch viel ab - der Papst steht das Mammutprogramm lächelnd und winkend durch, auch wenn ihm die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben steht. Zum Geburtstag ist ihm daher vor allem gute Gesundheit und Kraft zu wünschen, sein Amt weiterhin gut auszuüben. Und die Weisheit der Unterscheidung und Erkenntnis, was die katholische Kirche auf ihrem Weg in die Zukunft braucht.

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