Heilung der Herzen

Pilgerseelsorger Barzen erlebt "kleine Wunder"

Jedes Jahr kommen Zehntausende Deutschsprachige nach Lourdes. Für sie ist der Oblatenpater Uwe Barzen ein wichtiger Ansprechpartner. Er hilft bei der Organisation von Gruppenreisen, bietet Führungen und Gottesdienste an. Den Pilgern versucht er das "Geheimnis Lourdes" nahezubringen.

Nina Ruge mit Pater Uwe Barzen Quelle: ZDF,Jürgen Erbacher

Der Tag beginnt früh bei Pater Uwe Barzen. Um 8.30 Uhr betet er mit deutschsprachigen Pilgern den Kreuzweg. Er geht mit ihnen den Weg entlang der 15 Stationen des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Christi. Neben spirituellen Impulsen gibt der Oblatenpater einige Hinweise zu den imposanten Darstellungen: 115 Figuren aus Gusseisen, zwei Meter hoch.

Kreuzweg in Lourdes Quelle: ZDF,Jürgen Erbacher

Zurück im Wallfahrtsbezirk begibt er sich in die Beichtkapelle, wo bereits Pilger auf ihn warten. Um 11 Uhr ist der Gottesdienst in deutscher Sprache; am Nachmittag steht eine Führung auf dem Jubiläumsweg auf dem Programm - auf den Spuren der Bernadette durch Lourdes - am Abend dann die Lichterprozession. Dazwischen wartet Büroarbeit auf den 46-Jährigen aus der Eifel, die er bereitwillig unterbricht, wenn ein Pilger Rat sucht oder ein Seelsorgegespräch wünscht.

Wunder einer anderen Art

Seit sechs Jahren ist Pater Barzen in Lourdes, einem Ort, der auf ihn wie ein "kleines Stück Paradies" wirkt. Der Ort, so ist der Oblatenpater überzeugt, ist in der Lage, tief in den Menschen ein Gefühl zu wecken, das Ängste nimmt und wohltuend wirkt. Daher gebe es nicht nur die seltenen Heilungen von Krankheiten, die die Menschen in dem Wallfahrtsort erführen, sondern vor allem die inneren Heilungen, die "Heilung des Herzens, dass die Menschen besser mit ihrer Krankheit umgehen können, oder dass sie in bestimmten Lebenssituationen neuen Mut und neue Hoffnung finden".

Versöhnung sei in Lourdes ein großes Thema, findet Pater Barzen: "Wir sind ja alle ein Stück unversöhnt in unserem Herzen, in dem wir mit uns selber nicht klar kommen, mit einem Mitmenschen oder mit Gott nicht klarkommen." Pater Barzen ist überzeugt, "wenn man dann in Lourdes wieder einen Ansatz bekommt, auf den anderen neu zuzugehen, wenn man sich selber wieder annehmen kann und mit Gott einen Neuanfang wagt, dann ist das etwas wunderbares, ein Wunder."

Versöhnung für Jung und Alt

Diese Botschaft versucht der Pilgerseelsorger mit seiner Arbeit auch in Deutschland den Menschen nahe zu bringen; denn dort gibt es nach seiner Einschätzung ein etwas schiefes Bild von Lourdes. Natürlich sei es ein Hoffnungsort für viele alte und kranke Menschen - aber eben nicht nur. Umkehr und Versöhnung, die Botschaft, die am Anfang des Wallfahrtsortes steht und die Bernadette von der "weißen Dame" erhalten habe, richte sich an Jung und Alt.

Daher freut er sich auch, wenn immer wieder junge Menschen an die Gave pilgerten und für einige Tage im Jugenddorf von Lourdes leben. Und auch ein zweites Missverständnis möchte der stets freundlich lächelnde, groß gewachsene Pater ausräumen: nämlich zum Thema Marienverehrung. Es drehe sich in Lourdes nicht alles nur um Maria. Vielmehr gehe es letztendlich um Christus, auf den Maria stets verweise. Nur im Bezug auf Christus könne Marienfrömmigkeit richtig gelebt werden und genau darum gehe es in Lourdes.

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