Hoffnung, Tod und Auferstehung

Allerheiligen mit Nina Ruge

Seit Jahrtausenden stellen sich Menschen die Frage, ob mit dem Tod alles vorbei ist. Für die Christen lautet die Antwort klar "nein". Für sie gibt es ein Leben nach dem Tod. Entsprechend hat sich im Christentum eine Kultur des Totengedenkens entwickelt. Dazu gehören etwa die Gräber, die gepflegt und besucht werden. Meist passiert das ohne großes Aufsehen. Anders an Allerheiligen.

Nina Ruge

Jedes Jahr an Allerheiligen ziehen die Katholiken in großen Scharen auf die Friedhöfe, um der Verstorbenen zu gedenken. Was steckt dahinter? Macht ein Gebet für einen Toten Sinn? Was bedeutet der christliche Glaube von Tod und Auferstehung? Diesen Fragen geht Nina Ruge im Feiertagsakzent zu Allerheiligen nach.

Nina Ruge spricht darüber unter anderem mit dem Erfurter Bischof Joachim Wanke. "Die Erfahrung zeigt, dass Riten helfen, auch das Unaussprechliche zu bewältigen. Von daher ist es wichtig, dass wir uns in der Moderne eine gute Gedächtnis- und Totenkultur bewahren", so Wanke. Er leitet in der Deutschen Bischofskonferenz die Pastoralkommission. Der 67-Jährige wagt ungewöhnliche Wege in der Seelsorge, um das Christentum in der zunehmend säkularen Gesellschaft den Menschen nahe zu bringen.

Ein besonderer Ort der Trauer

Dazu gehört auch ein Projekt, mit dem in Erfurt der Tod buchstäblich in die Stadt geholt wurde. In der Allerheiligenkirche im Zentrum wurde 2007 ein Kolumbariumeingerichtet, eine Begräbnisstätte für Urnen. Hier finden Christen und Nichtchristen die letzte Ruhe. Der Erfurter Walter Luthardt hat für sich und seine Frau zwei der 630 Urnenplätze gekauft. Im Gespräch mit Nina Ruge erklärt er, warum er das gemacht hat, obwohl er keiner Kirche angehört. Gelegentlich nimmt Walter Luthardt auch am monatlichen Totengedenken teil, das immer am ersten Freitag stattfindet.

Der zuständige Pfarrer Michael Neudert spricht mit Nina Ruge über die Bedeutung dieses ganz besonderen Gottesdienstes. "Ich glaube, dass es wichtig ist, mitten in der Stadt für Menschen, die einen Verlust zu betrauern haben, wo eine Beziehung zu Ende gegangen ist, einen Ort finden, an der Trauer zum Ausdruck kommen kann und vielleicht auch ein Heilungsprozess einsetzen kann, ein Prozess der Hoffnung."

Über Leben und Tod

Die Sendung zeigt, wie die Feste Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November einen Anstoß geben können, sich über Leben, Tod und Sterben Gedanken zu machen. Sie macht dies vor dem Hintergrund der Tradition des christlichen Glaubens. Dort gilt, um mit den Worten von Bischof Wanke zu sprechen: "Der Tod ist nicht das Fallen in ein dunkles tiefes Loch, sondern das Tor zum Licht und zum Leben."

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