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Hostien backen und Gutes tun

Die Franziskanerinnen von Reute

Hostien verwenden die Kirchen beim Abendmahl und in der Eucharistiefeier. Seit 1873 backen die Franziskanerinnen des Kloster Reute bei Biberach im Bistum Rottenburg-Stuttgart die kleinen runden Brotoblaten. Wo andernorts große Fertigungsanlagen zum Einsatz kommen, stellen die Ordensfrauen in Reute die Hostien in liebevoller Handarbeit her. Die Hostienbäckerei ist aber nur ein kleiner Bereich des Franziskanerinnen von Reute.

Kloster Reute
Kloster Reute Quelle: ZDF

Die Ordensfrauen sind in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern aktiv: von der Alten- und Krankenpflege über die Arbeit mit Obdachlosen und in der Bahnhofsmission bis hin zur Jugend- und Familienarbeit in den ordenseigenen Bildungseinrichtungen.

Alles von bester Qualität

Weizenmehl und Wasser lautet das einfache, Jahrhunderte alte Rezept für die Hostien. In Erinnerung an die ungesäuerten Brote, die das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten verwendete, werden auch die kleinen Brotoblaten mit ungesäuertem Teig hergestellt; denn das letzte Abendmahl Jesu steht in der Tradition des jüdischen Pessachmahls, das an dieses Ereignis erinnert und bei dem ebenfalls ungesäuertes Brot verwendet wird.
Schwester Revokata und Schwester Artemia im Kloster Reute backen den Teig mit verschiedenen an Waffeleisen erinnernde elektrische Hostieneisen. Auf die Oberseite der Hostien werden dabei automatisch verschiedene Symbole gedruckt: ein Lamm, das an Christus als das Opferlamm erinnern soll, ein Fisch als Symbol für Christus oder die Buchstaben "IHS" oder "JHS" - das Christusmonogramm, das sich aus den ersten beiden und dem letzten Buchstaben des griechischen Namens "Jesus" zusammensetzt.

Bis zu 6000 Hostien stellen die Ordensfrauen täglich her, gemäß dem Auftrag des Ordensgründers Franziskus: alles was zur Heiligen Messe benötigt wird, muss von hoher Qualität sein.

Vergessen ist die Last des Tages

Christus im eigenen Leben nachzufolgen ist Aufgabe jedes Christen. Die Ordensfrauen leben diesen Auftrag in radikaler Form. Ganz praktisch zeigt sich das etwa im Wohnpark der Sankt Elisabeth-Stiftung des Klosters im benachbarten Bad Waldsee. Einige der Franziskanerinnen arbeiten dort in der Betreuung der alten Menschen mit.


Wichtige Momente im Tagesablauf sind die Mahlzeiten, so Schwester M. Regina. Sie stiften Gemeinschaft. Die Franziskanerin blickt in lächelnde Gesichter, wenn sie den Menschen Kaffee und Brot reicht. Die Last des Alltags scheint für einen Moment vergessen sowohl bei den alten Menschen, aber auch bei den Betreuenden. War dies der Grund, warum Christus oft das Bild vom gemeinsamen Mahl verwendete, wenn er vom Himmelreich sprach?

Empfangene Liebe weitergeben

30 Bewohner sind im Pflegeheim, 50 im betreuten Wohnen und zehn in der Tagespflege. "Die Menschen, denen wir helfen, sollen spüren können, dass wir in christlicher Nächstenliebe für sie da sind", so Schwester M. Regina.

Im Kloster Reute liegt die selige Elisabeth begraben, die als "Gute Beth" bekannt ist. Ein Gemälde in der Wallfahrtskirche zeigt sie mit einer Hostie in der Mitte - umgeben von Strahlen. Sie weisen darauf hin, dass die Liebe, die sie in dem Brot empfängt, auf andere über- und weitergeht. So verstehen die Franziskanerinnen von Reute ihren Dienst. Gestärkt durch den Empfang der Hostie, der heiligen Kommunion, des "Leibes Christi" wollen sie nach ihrem Selbstverständnis den Menschen dienen und von der Liebe Gottes Zeugnis geben.

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