Isaak als Brandopfer?

Abraham soll Gott seinen Sohn Isaak opfern

Für Muslime, Juden und Christen steht ein Ereignis im Zentrum: die ultimative Prüfung, die Gott Abraham auferlegte. Gott forderte den Stammvater auf, ihm ein Opfer zu bringen. Aber was Gott forderte, war ungeheuerlich: Er wollte Isaak! Nach jüdischer Überlieferung fand diese Episode auf dem Tempelberg in Jerusalem statt.

Abraham umarmt Isaak
Abraham umarmt Isaak Quelle: ZDF,Feldmann

Eines Tages, erzählt die Bibel, besuchte ihn Gott und sprach: "Abraham!" Der Stammvater antwortete: "Hier bin ich Herr." Gott wollte, dass Abraham seinen eigenen Sohn als Opfer darbringt: "Opfere ihn zum Brandopfer auf einem Berg, den ich dir sagen werde." Und Abraham gehorchte.

Harte Prüfung für Abraham


Jüdische Überlieferungen berichten, dass Sara, als sie von Abrahams Vorhaben erfuhr, in tiefste Verzweiflung stürzte und starb.


Abraham und Isaak brachen auf, um das Opfer zu bringen. Als das Kind fragte: "Vater, wo ist das Schaf für das Brandopfer?" antwortete Abraham: "Gott wird es uns zeigen, mein Sohn." Abraham und Isaak legten das mitgebrachte Holz auf den Altar. Isaak half seinem Vater. Dann band Abraham seinem Sohn die Hände. Das Kind ließ alles willig geschehen, erzählen außerbiblische Quellen.

Abraham und Isaak bereiten die Opferstelle vor
Abraham und Isaak bereiten die Opferstelle vor Quelle: ZDF

Im Alten Testament heißt es: Dann "legte er ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Und er fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete." Da rief der Engel des Herren: "Tu dem Knaben nichts, denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest!" Und Abraham erblickte einen Widder hinter einer Hecke. Abraham umarmt seinen Sohn und er opferte der Widder an Stelle seines Sohnes. Abraham trauerte sehr um Sara. Er kaufte von den Einheimischen eine Grabhöhle in der Nähe von Hebron, und begrub sie dort.

Sechs weitere Söhne

Obgleich ihm ein Stück Land in Kanaan gehörte, blieben er und seine Leute dort zeit Lebens fremde Nomaden. Die Bibel berichtet, dass Abraham sogar die Braut für seinen Sohn Isaak aus der alten Heimat Mesopotamien holen ließ. Auch er selbst heiratete noch einmal. Seine neue Frau hieß Ketura. Die Jahre vergingen. Abraham war inzwischen 175 Jahre alt und blickte auf ein großes und erfülltes Leben zurück.

Mit Ketura hatte er noch sechs Söhne, die alle zu Stammvätern wichtiger Völker östlich von Hebron werden sollten. Das Alte Testament erzählt: "Und er starb, da er alt und lebenssatt war und wurde mit seinen Vorfahren vereint." "Durch dich sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden", sprach Gott, " denn du hast meiner Stimme gehorcht."

Ismael und Isaak Seite an Seite

Dem biblischen Text nach begruben Abrahams Söhne Isaak und Ismael, die durch ihre Mütter so lange getrennt waren, gemeinsam ihren Vater. Sie legten ihn neben seine Frau Sara, in das Felsengrab in der Nähe von Hebron, das Abraham erworben hatte. Der Stammvater der Araber, Ismael und der Stammvater der Juden, Isaak, gingen versöhnt und in Frieden ihrer Wege.

Wo Abrahams Beerdigungsstätte wirklich lag, ist unbekannt. Auch König Herodes wusste es nicht, als er vor 2000 Jahren das mächtige Grabmal in Hebron errichten ließ. Heute steht es im Zentrum der politischen Auseinandersetzungen im Westjordanland und ist in einen jüdischen und einen muslimischen Bereich aufgeteilt. Juden und Muslime streiten um den Urvater und gedenken seiner getrennt von einander. Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern hat die gemeinsamen religiösen Wurzeln verschüttet.

Beeindruckende Glaubenskraft

Abraham: der Patriarch der Menschlichkeit, der andere gelten ließ, der loslassen konnte und immer wieder aufbrach ins Ungewisse. Der historische Stammvater bleibt schwer zu greifen. Aber die Geschichten über ihn haben über zeitliche Schranken und kulturelle Gegensätze hinweg die Menschen tief berührt. Abraham, der auszog, um Gott zu finden - seine Glaubenskraft beeindruckt bis heute.

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