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Israel - Land der Sehnsucht

Der steinige Weg zu einem eigenen Staat

Stadtansicht auf Jerusalem
Stadtansicht auf Jerusalem Quelle: dpa

Der Wunsch vieler Juden nach einem eigenen Land ist groß. Als in Europa Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt Pogrome stattfinden, wandern viele von ihnen nach Palästina, dem Land der Bibel, aus. Hier, so hoffen sie, soll ihr eigener Staat Israel entstehen.

Als Israel 1948 als eigenständiger Staat gegründet wird, geht für viele europäische Juden ein Traum in Erfüllung, die lange Suche nach einer Heimat hat für sie ein Ende. Bereits ein halbes Jahrhundert zuvor hatte der Wiener Publizist Theodor Herzl mit seinem 1896 veröffentlichten Buch "Der Judenstaat" diesem Traum Nahrung gegeben. "Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen", beschreibt Herzl darin die Gründung eines eigenen Staates in Palästina, das die Juden als Land, welches ihnen laut Bibel von Gott versprochen worden war, betrachten.

Zurück zu den biblischen Wurzeln

Besonders bei den osteuropäischen Juden trifft Herzl mit seiner Idee von "Erez Israel" auf große Begeisterung. Denn in Europa kommt es im 19. Jahrhundert verstärkt zu Ausschreitungen gegen Juden. Bei vielen wächst die Sehnsucht nach einem eigenen Land - sie wollen zurück zu ihren biblischen Wurzeln im Nahen Osten.

Israel: Immigranten bauen Häuser
Immigranten bauen in Palästina Häuser. Quelle: GPO


Vor allem russische und polnische Juden, die immer mehr unter Pogromen leiden, zieht es ins Heilige Land. Bereits um 1880 kommen in einer ersten Einwanderungswelle über 35.000 Juden nach Palästina. Es entstehen landwirtschaftliche Siedlungen: Die Immigranten legen Sümpfe trocken, bebauen ödes Ackerland, errichten Dörfer und später moderne Städte wie Tel Aviv. Hebräisch wird die gemeinsame Sprache der in Palästina zusammengewürfelten jüdischen Gesellschaft.

Werben für Israel

Doch die Einwanderer wollen mehr: Führende jüdische Persönlichkeiten wie Chaim Herzog oder David Ben Gurion werben in London und Washington für einen eigenen Staat. Besonders mit Ben Gurion haben die Juden einen Mann an der Spitze, der charismatisch und geschickt in Gesprächen mit den großen Nationen ist.


1917, noch im Ersten Weltkrieg, geben die Briten in der Balfour-Deklaration schließlich ihre Unterstützung für die Teilung Palästinas und damit für einen jüdischen Staat bekannt. Was folgt, ist ein weiterer Zustrom an Juden nach Palästina - und daraus resultierend weitere Spannungen mit den Arabern, die eine Teilung Palästinas verhindern wollen.

Vorbereitungen und Widerstände

1922 bekommen die Briten vom Völkerbund, dem Vorläufer der Vereinten Nationen, offiziell das Mandat zur Verwaltung Palästinas. Der Auftrag lautet, "solche politischen, verwaltungstechnischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen im Land herzustellen, welche die Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte gewährleisten". Doch als der Widerstand der Araber gegen einen eigenen jüdischen Staat in Palästina größer wird, haben die Briten immer weniger Interesse, die Teilung zu unterstützen.

Palästina: Britische Soldaten schießen aus dem Fenster
Britische Soldaten als Mandatsmacht in Palästina Quelle: GPO

Als die Nationalsozialisten die Herrschaft in Deutschland übernehmen, flüchten immer mehr verfolgte Juden aus Europa. Von 1929 bis 1939 kommen über 250.000 Immigranten aus Deutschland, Österreich und Osteuropa nach Palästina. Der Versuch der Briten, diese Massenimmigration mit Einwanderungsquoten zu verhindern, misslingt. Immer öfter kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Briten, Arabern und Juden - ein zermürbender Dreifrontenkrieg.

Entscheidung der UN

Die Briten, die wechselweise sowohl den Juden, als auch den Palästinensern einen eigenen Staat versprochen haben, sind zunehmend machtlos und geben ihr Mandat zurück an die Vereinten Nationen. Diese entscheiden nach dem Zweiten Weltkrieg - auch wegen der schrecklichen Erfahrungen der Juden während des Holocaust - über die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat abzustimmen.


Neue Landkarten werden gezeichnet, Gebiete neu verteilt, der Plan wird innerhalb der Vereinten Nationen heftig debattiert. Die Vertreter der arabischen Staaten lehnen den Vorschlag nach wie vor ab. Doch es mehren sich auch die Fürsprecher für Israel. Am 29. November 1947 kommt es in der Vollversammlung der Vereinten Nationen zur Abstimmung. Am Ende steht fest: 33 Staaten stimmen für die Teilung, 13 dagegen und zehn enthalten sich. Damit ist die notwendige Mehrheit erreicht, die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat beschlossen.

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