Küssen verboten

Das Kreuz mit dem Zölibat

Dokumentation | Dokumentation - Küssen verboten

Der Film zeigt das Thema Zölibat aus unterschiedlichen Perspektiven. Funktioniert ein Leben ohne Sex überhaupt? Warum hält die katholische Kirche an der Pflicht zum Zölibat fest?

Beitragslänge:
14 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.05.2017, 11:11

Zölibat bedeutet sexuelle Enthaltsamkeit. Die ehelose, keusche Lebensform gibt es in vielen Religionen für Geistliche – etwa Ordensleute, Priester oder Bischöfe. Der Begriff leitet sich vom lateinischen „caelebs“ ab. Das bedeutet „allein, ehelos, unverheiratet“. Für katholische Priester ist der Zölibat bindend. Der Geistliche verpflichte sich radikal dem Dienst an Gott und Menschen, so die Begründung. Der Zölibat sei ein Zeichen für das endzeitliche Heil und die radikale Nachfolge Jesu. Daneben gibt es noch weitere praktische und theologische Begründungen.

Der Zölibat hat biblische Wurzeln; als Pflicht für den Klerus lässt er sich aber nicht direkt aus der Bibel ableiten. Mehrfach wird im Neuen Testament die Ehelosigkeit „um des Himmelreiches willen“ gewürdigt (vgl. Mt 19,12). Doch gibt es etwa in den sogenannten Pastoralbriefen auch Hinweise auf verheiratete Amtsträger (vgl. 1 Tim 3, Tit1). Bereits im vierten Jahrhundert gibt es erste – oft regionale - rechtliche Bestimmungen zum Zölibat für Geistliche. Zur Pflicht für alle Kleriker der römisch-katholischen Kirche wird der Zölibat 1139 auf dem Zweiten Laterankonzil.

In der katholischen Kirche gibt es nur wenige Ausnahmen vom Pflichtzölibat. Dazu zählen etwa Konvertiten aus anderen christlichen Konfessionen. Tritt ein verheirateter Pfarrer aus der protestantischen oder anglikanischen Kirche zur katholischen Kirche über, kann er auch als verheirateter Mann zum Priester geweiht werden. Meist wird er dann nicht in einer Gemeinde eingesetzt, sondern in der Sonderseelsorge etwa der Krankenhauspastoral. Auch bei den sogenannten katholischen Ostkirchen können Priester heiraten – nicht aber Bischöfe.

Unter den christlichen Kirchen ist die römisch-katholische Kirche die einzige, die den Pflichtzölibat für Kleriker fordert. Zölibatär lebende Ordensleute (Männer und Frauen), Eremiten oder Gottgeweihte Jungfrauen gibt es auch in anderen christlichen Konfessionen.

Katholische Kirche hält am Pflichtzölibat fest

Das ehelose, keusche Leben versprechen die Priesteramtskandidaten bei der Diakonenweihe gegenüber dem Bischof. Die Aufhebung der Zölibatsverpflichtung kann nur durch eine „Laisierung“, die Rückversetzung des Klerikers in den Laienstand, durch den Papst erfolgen. Danach ist auch eine kirchliche Heirat des ehemaligen Priesters möglich.

Seit Jahrzehnten gibt es in der katholischen Kirche Forderungen, die Zölibatspflicht abzuschaffen. Es wird auch darüber diskutiert, erfahrene Männer, die verheiratet sind, zu Priestern zu weihen – sogenannte „Viri probati“. Oft werden diese Überlegungen mit Verweis auf den Priestermangel in vielen Regionen der Welt vorgebracht. Die katholische Kirchenführung in Rom betont immer wieder, dass sie am Pflichtzölibat festhalten will.

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