Männer im Härtetest

Hoffen und Bangen der Mars-Kandidaten

In diesen Tagen startet nahe Moskau ein Experiment, das zu den ehrgeizigsten seiner Art in der Raumfahrtgeschichte zählt: Eine internationale Crew simuliert den bemannten Flug zum Mars in einem Raumschiff-Nachbau.

Schulung für Mission Mars 500
Schulung für Mission Mars 500 Quelle: ZDF/SC RF - IBMP RAS; Oleg Voloshin

Jung, fit, bestens ausgebildet und 520 Tage lang eingepfercht: Sechs Menschen werden sich über 17 Monate in drangvoller Enge in großen, mit Technik vollgestopften Metalltanks einsperren lassen - ohne Tageslicht und frische Luft, ohne Dusche und ohne Außenkontakte. Auch Verbindungen zur Familie über Funk bleiben die Ausnahme. Das entspricht den realen Bedingungen eines Hin- und Rückfluges zu dem roten Planeten.

Als die europäische und die russische Raumfahrtagenturen Freiwillige für dieses spektakuläre Experiment gesucht haben, waren die Anforderungen an die Kandidaten hoch: Die Bewerber sollten zwischen 25 und 50 Jahre alt, körperlich leistungsfähig und motiviert sein. Sie sollten über eine Ausbildung in Medizin, Biologie, Maschinenbau, Computer- oder Elektrotechnik verfügen, fließend Englisch oder Russisch sprechen und freiwillig an medizinischen und psychologischen Untersuchungen teilnehmen. Doch bevor das monatelange Experiment starten kann, müssen sechs Kandidaten die Tortur zur Probe 105 Tage lang über sich ergehen lassen.

Entscheidung in Moskau

Die zweiteilige Dokumentation hat den Probelauf minutiös und exklusiv vom Kandidatenaufruf bis zum Abschluss der 105-tägigen Isolation begleitet. Dem ZDF-Team gelangen Einblicke unter anderem in die medizinischen Untersuchungen und das harte Überlebenstraining in der eisigen russischen Wildnis. Für die unglaubliche Herausforderung bewarben sich 5.600 Kandidaten allein bei der europäischen Raumfahrtagentur.

Expedition Erde mit Thomas Reiter: Ozeane Quelle: ZDF,Michael Habermehl


Die erste Folge dokumentiert das harte Bewerbungsverfahren, das Bangen und Hoffen der Kandidaten. Am Ende begleitet der Autor acht von ihnen zum finalen Auswahlverfahren nach Moskau. Astronaut Thomas Reiter berichtet über die realen Bedingungen und Erlebnisse im Weltraum. Er ist der Europäer, der sich bislang am längsten im All aufgehalten hat. Niemand kann besser beurteilen, was auf die Kandidaten in Moskau zukommt und was es heißt, mehrere Monate Entbehrungen zu erleiden für den größten Menschheitstraum seit der Landung auf dem Mond.

Weiter mit Teil 2: Isoliert in der Kapsel

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