Mehr als spirituelle Stärkung

Kloster Andechs lockt mit Kirche und Biergarten

Mitten im Alpenvorland, 45 Kilometer südöstlich von München, erhebt sich am Ostufer des Ammersees ein kleiner Berg. Umgeben von Feldern und Wäldern, im Fünfseenland, ist dieser Berg für viele Menschen ein spiritueller und touristischer Magnet. Man nennt ihn auch den "Heiligen Berg" Bayerns.

Wallfahrtskirche des Kloster Andechs
Wallfahrtskirche des Kloster Andechs

Grund dafür ist das Kloster Andechs, mit seiner berühmten Wallfahrtskirche und dem nicht minder bekannten Bier. Acht Mönche leben zurzeit in dem Kloster auf dem Berg. Sie haben viel zu tun, neben ihrem kontemplativen Klosterleben müssen sie sich zusammen mit den rund 200 Kloster-Mitarbeitern auch um ihre Metzgerei, die Brauerei, eine Brennerei, mehrere Wirtshausbetriebe und um den Klosterladen kümmern. Dazu kommt noch die große Zahl an Pilgern, Gästen und Touristen - immerhin fast eine Million pro Jahr.

Ein Abt mit vielen Aufgaben

Kloster Andechs Quelle: ZDF


Über das gesamte Geschehen im Kloster Andechs wacht Johannes Eckert. Er ist der Abt des Klosters und somit sowohl zuständig für das kontemplative Leben im Kloster als auch für die Organisation der Wirtschaftsbetriebe. Dazwischen sucht er, so oft er Zeit hat, das Gespräch mit den Menschen, die zu seinem Kloster pilgern. Für ihn ist die Wallfahrt, bei der man Schritt für Schritt auf ein Ziel zugeht, ein Bild des Lebens.

Dass das Pilgern auch heute noch für viele Menschen eine große Rolle spielt, sieht man an den jährlich knapp 900 organisierten Wallfahrten allein nach Andechs. Vor allem zum Dreihostienfest, das vier Wochen nach Pfingsten auf dem Klosterberg gefeiert wird, ist die Klosterkirche Andechs von Pilgern eingenommen. Doch nicht nur sie kommen auf den "Heiligen Berg", gerade wegen seiner landschaftlich schönen Lage in einem attraktiven Tourismusgebiet, wird der Berg auch gerne von Wanderern und Ausflüglern besucht.

Gelebte Gastfreundschaft

Dem regelmäßigen Ansturm von Pilgern und Touristen begegnen Abt Johannes Eckert und seine Brüder gelassen und mit der durch die Benediktregel gebotenen Gastfreundschaft. Schließlich waren Wallfahrten immer ein Stück Tourismus, auch im Mittelalter und in der Barockzeit dienten sie als willkommene Abwechslung für die Menschen, so der Abt.

Kloster Andechs Quelle: ZDF

Eben dieser Mix aus Wallfahrts- und Tourismusort macht Andechs so besonders. Alle Besucher, ob Pilger oder Wanderer, strömen sowohl in die Kirche als auch ins Braustüberl des Klosters. Wenn die Menschen in dieser Symbiose aus Kirche, Wirtshaus und Gemütlichkeit ausspannen, ist das für den Abt eine Form von "Gotteslob"; auch Menschen, die nicht gläubig sind, können die Ruhe und die Schönheit dieses Orts genießen.

Wo sich Erde und Himmel berühren...

Schon vor der förmlichen Stiftung des Klosters im Jahr 1455 war die Kirche auf dem Berg ein wichtiger Wallfahrtsort. Doch erst 1755, zum 300-järigen Bestehen, erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen. Die Höhe und Weite des Deckengewölbes lädt dazu ein, den Blick schweifen zu lassen.

Andechser Heiligenhimmel Quelle: ZDF

Große Deckenfresken zeigen im Mittelschiff ein Engelskonzert, den Teich von Bethesda und die Himmelfahrt Christi. Sie führen in den Chorraum, der von dem zweistöckigen Hochaltar dominiert wird und dessen obere Hälfte Himmelfahrt Mariens darstellt. Sie scheint tatsächlich in den Himmel überzugehen, in den "Andechser Heiligenhimmel". Wer hier steht, wenn die Sonne durch die Fenster scheint und den weißen, spätbarocken Stuck strahlen lässt, kann die Berührung von Himmel und Erde an diesem Ort erahnen. Man steht im grellen Licht, in den Farben der Wandmalereien und ist hier, auf dem Heiligen Berg, dem Himmel ganz nah.

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