Mein Herz schlägt in Afghanistan

Khazar Fatemi kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit

"Das ist ein sehr persönlicher Film auf der Suche nach Identität, Zugehörigkeit und Herkunft, in dem eine unschuldige Kinderfreundschaft auf der Reise in die Vergangenheit eine wichtige und rührende Rolle spielt", so die Schauspielerin Sibel Kekilli. "Dieser Film hat mich auf seine leise Art sehr berührt." Deshalb hat die international bekannte Schauspielerin der deutschen Fassung ihre Stimme gegeben.

"Mein Herz schlägt in Afghanistan" erzählt die Geschichte von Khazar Fatemi, einer jungen Journalistin, die eine ungewöhnliche und gefährliche Reise antritt: Sie macht sich auf den Weg nach Afghanistan, die Heimat ihrer Kindheit. Obwohl sie von dort als Achtjährige mit ihrer Familie nach Schweden fliehen musste, drehen sich all ihre wehmütigen Erinnerungen um dieses verlorene Land.

Reise in die Vergangenheit

Khazar reist nach Afghanistan mit dem Blick einer Filmemacherin, die den Spuren ihrer Vergangenheit folgt. Wie schmerzlich sie sein können, wird ihr während dieser Reise klar. Ihre Kindheit ist vom Krieg geprägt: Als Kurdin im Iran geboren, flohen die Eltern mit dem Baby nach Afghanistan. Doch auch dort holte die Gewalt sie ein und sie mussten sich erneut eine Heimat, dieses Mal im fernen Nordeuropa, suchen.

Heute, als erwachsene Frau, muss Khazar feststellen, dass das Land ihrer Sehnsucht noch immer Kriegsschauplatz ist. Ihre Kamera hält fest, was in den Nachrichtenbildern über Afghanistan nicht zu sehen ist: Sie zeigt, was der Krieg aus den Menschen macht. Wir erleben, wie sich die Filmemacherin in dieser altbekannten und doch fremden Umgebung vortastet; wie sie die alte Wohnung im Norden Kabuls wiederfindet. Khazar begegnet Nachbarn, die noch immer dort leben und die sich an ihre Familie erinnern können. Sie trifft einen ehemaligen Klassenkameraden, der jetzt als Lehrer an ihrer ehemaligen Schule arbeitet. Sie erkennt sogar die alte Backstube wieder, in der das Brot noch so gebacken wird wie vor zwanzig Jahren.

Alltag voller Angst und Gewalt

Mit wem die junge Filmemacherin auch spricht, die Schicksale gleichen sich. Die Menschen sind durch eine Jahrzehnte lange Kriegshölle gegangen. Seit dem Einmarsch der Russen 1979 bestimmen Angst und Gewalt den Alltag. Viele Afghanen haben alles verloren, die Zukunft scheint hoffnungslos. Die Trauer darüber ist zum Greifen nah. "Mein Herz schlägt in Afghanistan" ist nicht so sehr eine Bestandsaufnahme der Lebensumstände in Afghanistan. Vielmehr als das ist dieser Film eine innere Reise in ein zermürbtes Land.

Ein Film von Khazar Fatemi
Sprecherin: Sibel Kekilli

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