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Michael Mittermeier in "This Prison Where I Live"

Wo Lachen strafbar ist - Ein Comedian in Burma

Er machte Witze über das Militärregime und musste schwer dafür büßen: Zarganar ist der größte lebende Komiker in Myanmar. Wegen seines Kampfes für Meinungsfreiheit und Demokratie gnadenlos verfolgt, saß er im Gefängnis. Und ein berühmter deutscher Kollege ist zu seinem Fürsprecher geworden: Michael Mittermeier.

Zarganar vor einen Foto von ihm selbst
Zarganar vor einen Foto von ihm selbst Quelle: bobo.at

Der internationale Druck auf das Regime wurde so groß, dass Zarganar am 12. Oktober 2011 im Zuge einer Amnestie freigelassen wurde. Mit dazu beigetragen hat diese Dokumentation, deren englische Fassung über den Sender "Democratic Voice Of Burma" illegal in Myanmar ausgestrahlt wurde.

Die Geschichte der Dokumentation beginnt 2007, als Zarganar einwilligt, dem britischen Dokumentarfilmer Rex Bloomstein in Rangun ein Interview zu geben, obwohl dies das Regime streng verboten hat. Doch noch während Bloomstein im Anschluss an die Reise versucht, Produzenten für eine umfassende Dokumentation über Zarganar zu begeistern, wird dieser im Zuge seines Engagements während der "Safran-Revolution" 2007 und aufgrund seines öffentlichen Eintretens zugunsten der Opfer des verheerenden Zyklons Nargis erneut verhaftet und zu 35 Jahren Haft verurteilt.

Sprachrohr des Kollegen

Nun kommt der Comedian Michael Mittermeier ins Spiel. Seit Jahren setzt er sich nun schon für seinen verehrten Kollegen Zarganar ein. Durch die Inititiative "Cinema for Peace" erfuhr er vom Filmprojekt Rex Bloomsteins und bot spontan seine Mitwirkung an. Mittermeier reiste inkognito mit einem kleinen Team nach Myanmar, um mit Zarganars Freunden, Kollegen und der Familie zu sprechen. Ein riskantes Unternehmen in einem Klima der Angst und Unterdrückung, fast unmöglich und zugleich lebensgefährlich. Mittermeier und Bloomstein beschlossen nun, so nah wie möglich an das Gefängnis im Norden des Landes zu kommen, in dem Zarganar eingesperrt war.

In diesem engagierten Film geht es um Mut und Menschlichkeit, um Humor und Satire und die Kraft, die man daraus schöpfen kann. Michael Mittermeier, den wir hier von einer ganz ungewohnten Seite kennen lernen, versprach dem verstummten Kollegen, sein Sprachrohr zu sein. Und dieses Versprechen hat er auf bewegende Weise eingelöst. Michael Mittermeier: "Zarganar ist freigelassen! Auf diesen Satz habe ich seit sehr langer Zeit gewartet. Ich bin überglücklich und mein Glaube an das Gute und die Gerechtigkeit in dieser Welt ist wieder etwas bestärkt worden, wenngleich es in Myanmar noch ein weiter Weg ist, zu wirklicher Meinungsfreiheit und Demokratie".

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