Nachbarschaftsstreit - ein Jahresrückblick

Monatsweise Gewalt und Zorn

Jedes Jahr landen rund 10.000 Streitigkeiten unter Nachbarn vor deutschen Gerichten. Dort wo viele Menschen eng aufeinander wohnen, ist die Wut am größten. Aus friedlichen Menschen werden Täter und auch dieses Jahr gab es Monat für Monat an deutschen Hecken keine Kampfpause. Eine vorläufige Jahresübersicht.


Im Januar ging in Gauting bei Ingolstadt ein langer Streit in die vorläufige Endrunde. Zwei Nachbarn lieferten sich einen brutalen Messerkampf. Ein Nachbar landete in der Notaufnahme, der andere im Gefängnis.


Ebenfalls im Januar war der Schnee Auslöser für ein nachbarschaftliches Handgemenge. Zwei Nachbarn lieferten sich ein Wortgefecht. Das eskalierte und die beiden Kontrahenten gingen mit Schneeschaufel und Besen bewaffnet aufeinander los. Dabei wurde ein Nachbar so schwer verletzt, dass ein Rettungswagen ihn ins Krankenhaus bringen musste.

Tod für Mensch und Baum

Im Februar forderte ein Nachbarschaftsstreit zwei Tote. In Essen erschoss ein 72-jähriger Mieter den 63-jährigen Hausmeister des Hochhauses. Der habe ihn jahrelang tyrannisiert. Nach der Tat beging der Todesschütze in seiner Wohnung Selbstmord. Im März musste eine Nachbarin die Zeche für ihre Selbstjustiz zahlen. Die 46-jährige Frau aus Kassel hatte Gift an die Fichten des Nachbarn gekippt. Die Bäume starben ab und mussten gefällt werden. 25.000 Euro Strafe kostete sie das.

Mit Pistolen und Fäusten

In Hamburg griff im April ein lärmempfindlicher Mann zur Waffe. Sein Nachbar sei zu laut. Daraufhin bedrohte der Mann den Ruhestörer mit einer Pistole und schlug ihm ins Gesicht. Die Polizei nahm ihn fest. Zum Glück war die Waffe eine Gaspistole und der Nachbar wurde nicht lebensgefährlich verletzt. Auch im April legte der Bürgermeister einer nordhessischen Gemeinde los. Erst ließ er von Amts wegen acht Eichen abholzen, die sein Nachbar gepflanzt hatte, dann verprügelte er ihn persönlich. Das Opfer erlitt Prellungen und Hautabschürfungen. Nun hat der Rathaus-Chef eine Anzeige wegen Körperverletzung am Hals.

Messer im Rücken

Im Mai war laute Musik der Auslöser für einen heftigen Nachbarschaftsstreit. Im beschaulichen Münster rammte ein 20 Jahre alter Mann seinem Nachbarn ein Messer in den Rücken. Der Mann kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Ein weiterer Nachbar erlitt Stichwunden im Gesicht und am Hals. Die Polizei nahm den Messerstecher fest.

Tatort Treppenhaus

Kleingartenanlage in Bochum-Hamme Quelle: ZDF


Im Juni zog in Erfurt ein 55-jähriger Mann gegen seinen Nachbarn zu Felde. Erst warf er Steine auf das benachbarte Grundstück, dann schlug er mit einem Hammer das Gartentor auf und bedrohte den Nachbarn mit einem Messer. Als er den Nachbarn ins Gesicht schlug und mit einer Gartenkralle auf das Gartentor losging, rief der Nachbar die Polizei.
Lebensgefährliche Messerstiche gab es auch in Buxtehude. Im Juli beschwerte sich ein Bewohner eines Hochhauses wegen Ruhestörung bei seinen Nachbarn in der Wohnung unter ihm. Es kam zu einem lautstarken Streit im Treppenhaus, an dem sich auch andere Nachbarn beteiligten. Irgendwann stach der Bewohner zu und verletzte zwei Personen.

Im August eskalierte der Streit zwischen einem jungen Mann und zwei seiner Nachbarinnen. Laut Polizei randalierte der 25-Jährige nachts vor der Wohnungstür der Frauen. Die beiden Mieterinnen öffneten nicht. Daraufhin steckte der Mann die Türdekoration in Brand. Das Feuer konnte glücklicherweise rechtzeitig gelöscht werden.

Kein Schutz für Kinder und Alte

Ältere Frau ermahnt Kinder zur Ruhe
Ältere Frau ermahnt Kinder zur Ruhe Quelle: colourbox


Im September endete ein Nachbarschaftsstreit in Bremen mit Tränen. Eine Frau griff die Gäste eines Kindergeburtstages mit Pfefferspray an. Sie wollte ihre Ruhe. Elf Gäste der Feier, darunter neun Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren, mussten sich ärztlich behandeln lassen. Nun wird wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die rabiate Nachbarin ermittelt.

In Braunschweig endete im Oktober ein zweijähriger Streit unter Nachbarn. Ein 53-jähriger Mann schlug mit einem Hammer seine 80-jährige Nachbarin nieder. Sie wurde lebensgefährlich verletzt. Der Täter stellte sich anschließend der Polizei.

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