Nachspiel

Der kurze Sommer der Fußball-WM

Sommer 2011: Volle Stadien, Fanmeilen, Millionenquoten im Fernsehen. Die Fußballweltmeisterschaft der Frauen. Doch das Sommermärchen war nur von kurzer Dauer. Im Viertelfinale gegen Japan schied die hochfavorisierte deutsche Mannschaft aus. Und doch: Der Frauenfußball erlebte während der WM in Deutschland seinen ganz großen Durchbruch.

In ihrer ZDF-Dokumentation "Nachspiel" lässt die renommierte Filmautorin Sung-Hyung Cho noch einmal den kurzen Sommer der WM aus ihrer ganz persönlichen Sicht Revue passieren. Es konnte der DFB dazu bewegt werden, Sung-Hyung Cho exklusiven Zugang zu allen Geschehnissen rund um die Fußball-WM und die deutsche Nationalmannschaft zu gewähren.

Schönheitspflege im Hotelzimmer

Trainerin Silvia Neid gibt Anweisungen
Trainerin Silvia Neid Quelle: imago


Für das ZDF beobachtete die Filmemacherin die deutschen Fußballerinnen bei Vorbereitungslehrgängen, beim Training mit Bundestrainerin Silvia Neid, in vollen Stadien oder ganz privat zuhause. Lira Bajramaj ist bei der Schönheitspflege im Hotelzimmer zu beobachten und mit Kim Kulig, der deutschen Hoffnung, die sich so tragisch im Spiel gegen Japan verletzte, trifft sich das Filmteam noch einmal weit nach der WM bei der Reha.


Torwartstar Nadine Angerer blickt ebenso zurück, wie auch optimistisch nach vorne und Ersatztorfrau Uschi Holl zeigt sich nicht nur als geschickte Heimwerkerin sondern vor allem als genaue Analytikerin des vorzeitigen Endes der WM. Kann man aus Niederlagen wirklich etwas lernen, fragt sie sich. Erinnerungen werden wach, an den euphorischen Anfang beim turbulenten Fotoshooting für die Werbepartner, die Fron der Trainingseinheiten, das harte Spiel gegen Nigeria und der Triumph gegen Frankreich.

Viel Druck auf Leistungssportlerinnen

Die Dokumentation, die ganz ohne Kommentar auskommt, zeigt, was es bedeutet, Leistungssportlerin zu sein, welchen Druck die Spielerinnen und ihr Betreuungsstab auszuhalten hatten, welche Vorzeichen auf das WM-Aus deuteten. Aber auch welche Freude es macht, zusammen eine große Aufgabe zu schultern.

Wie keine andere Filmemacherin in Deutschland vermag die seit 1990 in Deutschland lebende Südkoreanerin Sung-Hyung Cho den Witz und Aberwitz deutscher Zeremonien und Besonderheiten aufzuspüren und mit humorvoller Anteilnahme zu dokumentieren. Mit ihrer Dokumentation "Full Metal Village" über das ländliche Heavy Metal-Paradies in Wacken landete Sung 2006 einen Sensationserfolg in den deutschen Kinos und errang unter anderem den renommierten Max-Ophüls-Preis und den Hessischen Filmpreis.

"Nachspiel" verspricht ein ungewöhnlicher WM-Rückblick zu werden: mehr als ein Fußballfilm, vielmehr eine unterhaltsame Dokumentation über menschliche Ausnahme-Schicksale auf und neben dem Rasen, ganz privat und vor großer Kulisse. Und: der Film endet nicht bei dem traumatischen WM-Aus in Wolfsburg, es geht weiter. In den Bundesligaclubs stellen sich die Spielerinnen neuen Herausforderungen. Der Frauenfußball, er ist so attraktiv wie nie zuvor.

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