Oase des Friedens in Galiläa

Tabgha ist ein Begegnungszentrum

Fünf Brote und zwei Fische - damit speiste Jesus nach den Berichten der Bibel 5.000 Männer, dazu Frauen und Kinder. Tabgha am nördlichen Ufer des Sees Genezareth ist der Ort, an dem heute des Ereignisses gedacht wird.

Auf vielen Reiseandenken aus dem Heiligen Land ist das frühchristliche Mosaik abgebildet, das unter dem Altar der Brotvermehrungskirche Fische und einen Brotkorb zeigt. Gleich daneben liegt der Stein, auf den Jesus damals die Speisen gelegt haben soll, bevor sie an die Menschen verteilt wurden.

Das Brot und Fisch-Mosaik ist Teil eines wertvollen byzantinischen Mosaiks, das große Teile des Fußbodens der Kirche ziert. Die Brotvermehrungskirche ist ein Neubau aus dem 20. Jahrhundert. Vorbild war eine byzantinische Kirche aus dem fünften Jahrhundert, die im siebten Jahrhundert vermutlich durch die Perser zerstört worden war. Eine erste Kirche stand wohl bereits um 350 an der Stelle.

Begegnungszentrum für Pilger


Tabgha gehört zusammen mit dem nahen Kafarnaum und dem Berg der Seligpreisungen zum "Evangelischen Dreieck", jener Region, in der sich Jesus laut der biblischen Berichte häufig aufhielt. Die Kirche in Tabgha gehört heute dem Deutschen Verein vom Heiligen Land, dessen Vorsitzender der Erzbischof von Köln ist. Vor Ort werden die ständig größer werdenden Pilgermassen von Benediktinern der Dormitio-Abtei in Jerusalem betreut.

Die Ordensleute haben gleich neben der Kirche am Ufer des Sees ein Begegnungszentrum eingerichtet. Damit möchten sie zu Verständigung zwischen Israelis, Palästinensern und Deutschen beitragen. In der Regel sind immer Gruppen von mindestens zwei Nationen anwesend, um eine echte Begegnung zu ermöglichen. Dabei werden bevorzugt Gruppen mit Behinderten aufgenommen.

Mensch im Zentrum

In "Beit Noah", der Arche Noah, wie die Begegnungsstätte genannt wird, finden alle Platz. Beim Spiel im Pool werden Berührungsängste und Vorurteile abgebaut. Körperlich und geistig Behinderte stünden oft am Rande der Gesellschaft, erklärt die Leiterin Nicole Bader. "In Zeiten der Gewalt, des Misstrauens und der Angst zwischen Israelis und Palästinensern erfahren sie noch weniger an Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Tabgha ist das anders. Hier stehen sie im Mittelpunkt."

Was die Menschen in Beit Noah zusammenbringe, sei das miteinander Teilen, so Bader. "Das ist hier der Ort der Brotvermehrungskirche, wo Brot und Fisch früher geteilt wurden, wo jetzt der Platz geteilt wird, wo die Küche geteilt werden muss unter Umständen, wo der Pool geteilt wird." Wenn man im Pool zusammen spiele und Spaß habe, dann teile man eben auch die Freude miteinander. "Und das ist das, was hier verbindet". So ist das Begegnungszentrum eine Oase des Friedens für Israelis und Palästinenser.

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