Ort der Hoffnung

Die Milchgrotte in Bethlehem

Nur wenige hundert Meter von der Geburtsbasilika in Bethlehem entfernt liegt die in den Fels getriebene Stätte in einer Seitenstraße, der sie den Namen gab: Milchgrottenstraße. Es ist ein weitgehend unbekannter Ort, den viele Schwangere und kinderlose Ehepaare in Bethlehem aufsuchen: die Milchgrotte. Sie kommen mit großen Hoffnungen.

Eingang zur Milchgrotte Quelle: ZDF

Während in der Geburtsbasilika die Pilger den ganzen Tag Schlange stehen, um einen Blick auf den Stern zu werfen, der den Ort der Geburt Jesu kennzeichnet, verirren sich in die Milchgrotte nur wenige Gruppen und Einzelpilger. Ob es an den Wundern liegen mag, die hier gewirkt worden sein sollen, und die manchen den Ort suspekt erscheinen lassen?

Magische Muttermilch

Milchgrotte Quelle: ZDF


Der Überlieferung nach hat sich die Heilige Familie einige Zeit nach der Geburt Jesu an den Ort zurückgezogen, der heute Milchgrotte genannt wird. Von dort soll sie dann nach Ägypten geflohen sein, um dem Kindermord des Herodes in Bethlehem zu entgehen. Nach den Berichten der Evangelien soll Josef im Traum ein Engel erschienen sein, der ihn vor der Bluttat des Herrschers warnte und zur Flucht aufforderte.

In der Grotte sollen beim Stillen des Jesuskinds einige Tropfen der Muttermilch auf den Stein gefallen sein. Seitdem werden dem Ort besondere Kräfte zugeschrieben. Frauen, die Probleme in der Schwangerschaft haben, sowie kinderlose Ehepaare mit Wunsch auf Nachwuchs kommen hierher in der Hoffnung, dass sie Hilfe erfahren. Nicht nur das Gebet in der Grotte sondern auch der Steinabrieb, aufgelöst in Wasser, soll helfen. Dankesbriefe von 1.800 Paaren aus den letzten 20 Jahren geben Zeugnis davon.

Milchgrotte Quelle: ZDF

Auf Gott vertrauen

Für Franziskanerpater Robert Jauch sind die Ereignisse der Milchgrotte weniger eine Frage von Glaube oder Aberglaube. Er ist überzeugt: "Menschen, die Sorgen haben, bei Empfängnis, Schwangerschaft, Geburt, denen kann ich immer nur empfehlen zu beten und auf Gott vertrauen und dieses Vertrauen wächst auch in besonderer Weise hier an diesem Ort in der Milchgrotte."

Besonders interessant findet Jauch, dass gerade bei den wichtigen Themen des Lebens, bei denen es um existentielle Fragen geht, Religionen zusammen kommen, denn zur Milchgrotte kämen nicht nur Christen, sondern auch sehr viele Muslime. Die tausenden Dankesbriefe sieht Pater Robert als Zeichen eines tiefen Vertrauens und einer tiefen Dankbarkeit. Die Menschen seien überzeugt, dass ihre Gebete erhört wurden.

Verbindung zu den Königen

Ob die in der Bibel geschilderte Begegnung der Drei Weisen mit der Heiligen Familie in der Milchgrotte oder in der Geburtsbasilika stattfand, lässt sich nicht eindeutig klären. "Nach dem biblischen Zeugnis gehören die Heiligen Drei Könige ganz eng zur Bethlehemgeschichte, zur Menschwerdung Jesu Christi dazu." So Pater Robert. Man finde daher in Bethlehem an vielen Fassaden, in vielen Geschäften immer wieder die Darstellung der Heiligen Drei Könige. "Sie wollten zur Krippe, sie sind dem Stern gefolgt und sie wollten das göttliche Kind anbeten. Das ist und bleibt das wichtigste." Wer den genauen historischen Ort sucht, wird, wie an vielen anderen Stellen im Heiligen Land, keine hundertprozentige Sicherheit bekommen.

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