"Publikumswirksames Genre"

Über die Herausforderung Doku-Fiction

Die Bombardierung der Tanklastzüge in Kunduz, die Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg, das Bergwerksunglück in Chile, die Katastrophen von Eschede, Rammstein, Kaprun - sie alle sind in Nachrichtenbeiträgen und zahlreichen Dokumentationen aufgearbeitet worden.

Das publikumswirksame Genre der Doku-Fiction hat gegenüber der klassischen Dokumentation den Vorteil, dass es den Zuschauern nicht nur die bereits bekannten Originalbilder liefert, sondern in fiktionalen Szenen auch die Ereignisse hinter den Kulissen inszeniert, wobei aus Gründen der Dramatisierung der Szenen Personen und Handlung gelegentlich verdichtet werden müssen, so dass nicht jedes Detail der Darstellung dieser Szenen den Anspruch auf Authentizität erhebt, sondern im Ergebnis auch eine künstlerische Bewertung darstellt. Hand in Hand mit der Recherche geht in diesem Fall die anwaltliche Beratung, die hier der angesehene Berliner Medienanwalt Prof. Dr. Schertz übernommen hat.

Einzigartig

"Kunduz" und "Duisburg" sind darüber hinaus einzigartig, denn noch nie wurden im deutschen Fernsehen derartige Katastrophen bereits ein Jahr danach in den Mittelpunkt einer Doku-Fiction gestellt. Denken wir an "Contergan" oder "Das Wunder von Lengede", die erst Jahrzehnte nach dem Ereignis auf den Bildschirm kamen.

Die Herausforderung für den Produzenten liegt unter anderem in der besonders sorgfältigen Recherche der gerichtlich noch nicht endgültig aufgearbeiteten Fakten und Ursachen sowie in der noch nicht geklärten Schuldfrage. Deswegen enthalten sich beide Filme einseitiger Schuldzuweisungen, sondern versuchen so objektiv wie möglich zu erzählen, damit sich der Zuschauer selbst ein Urteil bilden kann.

Die Mitwirkenden

"Duisburg" entstand unter der Regie von Kaspar Heidelbach, der schon mit Kinofilmen ("Berlin 36") und Fernsehfilmen ("Das Wunder von Lengede", "Der Untergang der Pamir") sein großes Gespür für interessante Stoffe der jüngeren Vergangenheit bewiesen hat. Ihm zur Seite standen der Kameramann Daniel Koppelkamm und unter anderem die Schauspieler Waldemar Kobus, Paul Fassnacht, Jochen Kolenda. Producer: Moritz Grenzebach. Das Drehbuch schrieb Dirk Kämper. ZDF-Autoren sind Ute Waffenschmidt und Thomas Münten. Die Dreharbeiten fanden zum Teil an Originalschauplätzen in Duisburg und im Studio in Köln statt.

"Kunduz" wurde inszeniert von Winfried Oelsner, der sich mit Dokumentarfilmen und TV-Eventmovies einen Namen gemacht hat. Sein prominentes Schauspielerensemble - allen voran Götz Schubert, Johanna Gastdorf und Rudolf Kowalski - würde auch jedem Fernsehfilm zur Ehre gereichen. Das Drehbuch schrieb Birgit Maiwald. Kamera führte Harald Cremer. Producer: Tim Rostock und Moritz Grenzebach. ZDF-Autoren sind Mathis Feldhoff und Andreas Huppert. Gedreht wurde in Marokko und Köln.

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