Reise ins Vergessen

Leben mit Alzheimer

Es geht um Freundschaft, Liebe und Verantwortung - und das auch in schweren Zeiten. Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland sind dement, sie haben die Krankheit des Vergessens - und die Zahlen steigen dramatisch. In der zweiteiligen Dokumentation "Reise ins Vergessen" erzählen die ZDF-Autoren Uta Claus und Bodo Witzke die berührenden Geschichten von einigen Demenzkranken und ihren Angehörigen.

Trotz ihrer Verbreitung ist Demenz immer noch ein Tabuthema. Die Leistung der pflegenden Angehörigen wird immer noch nicht so geschätzt, wie sie geschätzt werden sollte. Betroffene und Anghörige leisten oft Übermenschliches, um mit der Demenz so gut es geht fertig zu werden. Dabei müssen sie nicht nur mit der Krankheit sondern auch mit Pfegestufen, Krankenkassenabrechnungen und vielleicht mit der Suche nach Heimplätzen kämpfen. Einige von ihnen haben zugestimmt, sich über mehr als ein Jahr von ZDF-Teams begleiten zu lassen.

Ängste und Unsicherheiten

Von einer Demenzerkrankung sind vor allem ältere Menschen betroffen. Schützen kann man sich kaum davor. Derzeit und sehr wahrscheinlich auch in naher Zukunft ist die Krankheit nicht heilbar. Die Bevölkerungsentwicklung und der damit verbundene Anstieg der Demenzfälle stellt Deutschland vor große Herausforderungen, denn Demenzen zählen zu den teuersten Krankheiten mit einem besonders hohen Pflegebedarf. Träger von Pflegeeinrichtungen klagen über den Mangel an Fachkräften, in den kommenden Jahren werden über 150.000 Pflegekräfte gebraucht. Zurzeit bildet die Familie den preiswertesten und größten Pflegedienst der Nation.


Aktuelle Studien belegen, dass viele pflegende Angehörige körperlich und seelisch überlastet sind und sich von Staat und Gesellschaft allein gelassen fühlen. Bereits die Diagnose Demenz stellt für viele Betroffene und auch für Angehörige einen tiefen Einschnitt in ihrem Leben dar, der mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden ist. Viele Angehörige stehen dem kranken Menschen zunächst hilflos gegenüber, viele Betroffene hadern zeitweise mit ihrer sich verschlechternden geistigen Leistungsfähigkeit und fühlen sich minderwertig.

Hoher Informationsbedarf

In Deutschland haben prominente Fälle wie der des Publizisten Walter Jens oder der inzwischen verstorbenen Alice Sommerlath, Mutter der schwedischen Königin Silvia, die Öffentlichkeit für das Thema Demenz sensibilisieren könnnen.


Nach wie vor ist der Informationsbedarf zum Thema Demenz groß: Der richtige Umgang mit der Krankheit, Behandlungsmöglichkeiten, Krankeitsverlauf, rechtliche Vorsorge, der Weg zur Bewilligung einer Pflegestufe, die Suche nach einem geeigneten Pflegeheim und Vorbeugung einer Demenzerkrankung sind die vordringlichsten Fragen und Sorgen der Menschen in Deutschland, die mit Alzheimer leben.


"Reise ins Vergessen" zeigt anhand von Einzelschicksalen wie betroffene Menschen mit diesen Sorgen und Ängsten umgehen und wie sie sich Tag für Tag so viel Lebensfreude wie möglich erhalten.

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