Sankt Petersburg - Tallinn - Odessa

Blick in drei Städte ehemaliger Sowjetrepubliken

1991 war das Jahr, in dem die Sowjetunion endgültig zu Grabe getragen wurde. Am Ersten Weihnachtstag wurde die rote Flagge der früheren Sowjetunion von der Kuppel des alten Senats im Kreml entfernt und die weißblaurote Fahne gehisst. Russland trat das Erbe der alten Sowjetunion an. Elf ehemalige Republiken der Sowjetunion gründeten die neue Gemeinschaft unabhängiger Staaten. Das alles war allerdings nicht ohne Spannungen und Krisen verlaufen.

Die Schönen des Ostens
Die Schönen des Ostens Quelle: ZDF

Die Menschen im Osten und Westen mussten im August noch mal den Atem anhalten, als ein paar Funktionäre mit einem Putsch versuchten, die kommunistische Partei und ihre Alleinherrschaft zu retten. Als das misslang, war der Weg frei für eine Veränderung des Systems und die Unabhängigkeit der ehemaligen Sowjetrepubliken.

Der Freiheitswille bricht sich Bahn

Schon in den Jahren seit 1989 hatte sich der Freiheitswille bei den Balten Bahn gebrochen. Durch die sogenannte "singende Revolution" erkämpften sich Litauer, Letten und Esten schon 1990 ihre Unabhängigkeit. Erst nach dem gescheiterten Putschversuch vom August 1991 jedoch wurde ihre Selbständigkeit auch von Moskau anerkannt.

Sankt Petersburg
Rushhour in Sankt Petersburg Quelle: ZDF




Das Jahr 1991 war auch für die Petersburger bedeutend. Im Juni bekamen sie die Möglichkeit darüber abzustimmen, ob ihre Stadt, die 1924 in Leningrad umgetauft worden war, wieder den alten Namen Sankt Petersburg tragen sollte. Mit einer eindeutigen Mehrheit entschieden sie sich dafür. Am 1. Dezember 1991 sprachen sich 90 Prozent aller Bewohner der Ukraine für einen unabhängigen Staat aus.

Nach zwanzig Jahren wollen wir mit dem Schwerpunkt "Die Schönen des Ostens" nachschauen, wie sich drei Städte der ehemaligen Sowjetrepubliken entwickelt haben. Während die baltischen Staaten 2004 Mitglieder der EU wurden, ist die Ukraine immer noch auf einem schwierigen Weg. Sie liebäugelt mit dem Westen und der Nato und ist doch eine Gefangene des Ostens. Russland hingegen hat sich seinen Platz auf der internationalen Bühne erobert.

Sankt Petersburg ist wieder fast die "Alte"

Sankt Petersburg, die Stadt, die Peter der Große als Tor zu Europa gegründet hatte, ist inzwischen wieder fast die "Alte". ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek hat bei ihren Dreharbeiten festgestellt, dass die Petersburger unendlich stolz sind auf ihre Stadt. Auch wenn sich im "Venedig des Ostens" - wie Sankt Petersburg auch gerne genannt wird - mit den Kanälen und 580 Brücken die Jahre des real existierenden Sozialismus noch nicht ganz abstreifen lassen, Adlige, Schöne und Reiche, aber auch Künstler und Alternative haben die Schöne an der Newa wieder für sich entdeckt.

Die Schönen des Ostens
Mittelaltermarkt in Tallinn Quelle: ZDF




"Die Ungeduldige" hat ZDF-Korrespondent Armin Coerper seinen Film über Tallinn genannt. Die alte Hansestadt an der Ostsee hat sich seit Estlands Erlangung der Unabhängigkeit rasant verändert. Nicht nur das Internet hat alle Lebensbereiche erfasst, auch das Stadtbild der jungen Hauptstadt mit dem mittelalterlichen Kern ist um moderne Architektur reicher geworden. In diesem Jahr schmückt sich die Stadt zudem mit vielen kulturellen Ereignissen, um ihrer Wahl zur Kulturhauptstadt Europas 2011 gerecht zu werden.

Mediterraner Charme am Schwarzmeer

Odessa, die Stadt, die 1794 von Katharina der Großen als Handelsplatz und Hafen für ihre Marine gegründet wurde, kann an die glamourösen Tage vor dem ersten Weltkrieg noch nicht anknüpfen.

Odessa
Opernhaus Odessa Quelle: ZDF




Einst die "Perle" der Schwarzmeerküste genannt, bröckeln heute noch die Fassaden der prunkvollen Bauten. Und doch sind die Odessiten stolz auf ihre Stadt, von der einst Puschkin sagte, "Hier atmet man ganz Europa". Es keimt Hoffnung. ZDF-Korrespondentin Cornelia Schiemenz war vom mediterranen Charme der Stadt und ihrer Schönheit, die jahrzehntelang hinter dem Eisernen Vorhang verborgen war, fasziniert. Besonders haben es ihr allerdings die eleganten, hübschen jungen Frauen angetan, die sie in der weltoffenen Stadt getroffen hat.

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