Schulden - und trotzdem leben

Raus aus den roten Zahlen!

Die Dokumentation zum Reformationstag widmet sich dem Thema Schulden. Schätzungsweise drei Millionen Haushalte gelten als überschuldet. Jeden kann es treffen. Plötzliche Krankheit, Arbeitsplatzverlust, Scheidung - die Wechselfälle des Lebens machen vor niemandem Halt. Aber auch die Verlockungen der schillernden Konsumwelt führen so manchen in die Schuldenfalle: Wie kommt man da wieder raus?

In der Schuldenfalle Quelle: ZDF

Die Werbung gaukelt Menschen vor, alles Mögliche besitzen zu müssen und zeichnet so ein Zerrbild des Lebens. Bedürfnisse werden geweckt, zum Kaufen genügen Plastikkarten, das Leben auf Pump gehört zum Alltag: Da kann es leicht geschehen, dass das Leben aus den Fugen gerät. Wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, gibt es für viele, die dachten, die Finanzen noch im Griff zu haben, ein böses Erwachen.

Es war nicht leicht, Menschen zu finden, die bereit waren, sich zu dem Thema Schulden vor der Kamera zu öffnen. Denn Schulden zu haben, das ist ein Tabuthema, schambesetzt und irgendwie "anrüchig", obwohl drei Millionen Haushalte hierzulande betroffen sind. Schuldnerberatungsstellen gibt es in allen Städten. Doch der Weg dorthin fällt schwer. Wer Schulden hat, schämt sich. Und das Letzte, was er möchte, ist, mit anderen Menschen darüber zu sprechen.

Isoliert von der Gesellschaft

Menschen, die auf einem riesigen Schuldenberg sitzen, geraten oftmals in die soziale Isolation. Es fehlt ihnen das Geld, um mit Bekannten oder Freunden auszugehen, sie können nicht mithalten und ziehen sich mehr und mehr zurück. Sie vereinsamen. Ein Teufelskreis: Die Schuldenschlinge zieht sich immer fester um ihren Hals.

Die Sendung "Schulden - und trotzdem leben!" begleitet Rainer F. und Marita D., die sich beide im Schuldennetz verstrickt hatten. Rainer F. war dem Konsumrausch verfallen, und Marita D. hat sich aus Liebe verschuldet. Doch die Protagonisten sind nicht an ihrem Schicksal zerbrochen. Mit eiserner Disziplin, viel Mut und mit Hilfe einer Schuldnerberatung haben sich beide aus den roten Zahlen gekämpft und sind fast schuldenfrei. Sie haben ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand genommen, nach vorne geschaut und sich neu orientiert.

Sich selbst befreien

Schulden werfen Schatten auf das Leben und sie nehmen Menschen in eine lebenslange "Haft". "Ich erlebe, dass Menschen, die in der Schuldenfalle stecken, sich schämen, sich genieren. Es fällt ihnen einfach schwer, Hilfe anzunehmen. Sie fühlen sich als totale Versager in dieser Gesellschaft", erzählt Pfarrerin Sylvia Wiederspahn von der evangelischen Kirchengemeinde Vohwinkel, die Menschen mit Schulden zur Seite steht. "Die Botschaft vom Reformationstag ist: Du bist nie ein Versager vor Gott. Du kannst diese Fesseln abwerfen, dich den Schulden stellen und Gott vergibt dir", so Wiederspahn.

Aus diesem Grund passt das Thema "Menschen in der Schuldenfalle" sehr gut zum Reformationstag. Denn der Gedanke des Reformationstags - runtergebrochen auf unsere moderne Gesellschaft - will uns die Botschaft vermitteln: Wir sollen Lasten, alte Fesseln von uns werfen, selbstbewusst nach vorne schauen und einen neuen Weg einschlagen - in dem tiefen Glauben daran, dass Gott uns annimmt - so, wie wir sind - und dass er uns liebt, egal wie viele Schulden oder welche Schuld wir auch immer auf uns geladen haben.

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