Schwein gehabt?

Von der Würde unserer Nutztiere

Das Special zu Christi Himmelfahrt thematisiert die Sorge um die Schöpfung und unsere Mitgeschöpfe und begleitet zwei Bauern bei ihrer täglichen Arbeit mit Nutztieren.

"Unzählige Tiere müssen leiden, damit wir bergeweise Fleisch essen können." Lorenz Kratzer und Heiner Korte konnten das nicht mehr ertragen - und versuchen Kühen und Schweinen ein artgerechteres Leben zu ermöglichen - und deren letzten Weg etwas angenehmer zu machen.

Tiere sind nicht nur Mittel zum Zweck

Heiner Korte mit Wildschwein
Keine Angst vorm Schlachthof: Wildschwein Joschi bekommt das Gnadenbrot

Als Lorenz Kratzer den Daschinger Hof bei Freising von seinen Eltern übernahm, war ihm schnell klar: So kann es nicht weitergehen. "In der konventionellen Nutztierhaltung wird dir das Denken von anderen abgenommen. Das Tier ist nur noch Mittel zum Zweck - und damit habe ich mich nicht mehr wohlgefühlt."

Kratzer sattelte um auf extensive Mutterkuhhaltung. Seine 37 Kühe leben mit einem Stier in einer Herde, die Kälbchen bleiben zehn Monate lang dabei. Die Herde frisst nichts anderes als Heu und Gras, verbringt den ganzen Sommer auf einer riesigen Weide. Keine gewaltsame Entwöhnung nach der Geburt, kein Plastik-Iglu. "Das Sozialverhalten gehört zur artgerechten Haltung - und wir könnten den Kälbchen nie die Zuwendung geben, die sie von ihren Müttern bekommen. Kühe sind zärtliche Mütter."

Aroma-Dusche im Schweinestall

Doch wo endet die artgerechte Tierhaltung, wo endet unsere Verantwortung für die Mitgeschöpfe? Lange hat Lorenz Kratzer seine Tiere zum Schlachthof gebracht. Vor Kurzem hat er zusammen mit anderen seine eigene Biometzgerei gegründet, damit er seine Tiere bis zum Schluss betreuen kann. Seither geht es ihm viel besser.

Es duftet nach Pfefferminz und anderen Heilkräutern im Schweinestall von Heiner Korte bei Menden. Denn der 56-Jährige hat den Tieren gerade eine Aroma-Dusche verpasst. Wer hier einen alternativ angehauchten Hobbylandwirt vermutet, liegt falsch: Heiner Korte hat mehrere tausend Tiere in seinen Ställen - und bis vor ein paar Jahren hat er diese auch gemästet, wie fast alle seiner Kollegen auch.

Verantwortung für die Schöpfung

Doch dann wurde er schwer krank - und erkannte, dass er im Umgang mit seinen Tieren etwas ändern muss. Heute können seine Schweine bei ihm herumtollen, spielen, sich suhlen - und sind kaum mehr krank. Seine große, tägliche Herausforderung: "Es soll ihnen halt so gut gehen wie möglich", meint der gläubige Christ. "Ich habe ja auch eine Verantwortung für die Schöpfung."

Mit dieser Botschaft, die von diesem Feiertag ausgeht, versucht das Special zu Christi Himmelfahrt die Zuschauer zum Nachdenken zu bringen und neue Perspektiven zu eröffnen.

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