Sehnsucht Grönland

Markus Lanz zu Gast bei den Inuit

Markus Lanz sucht die Kälte und das Eis - besonders gerne in Grönland, das er schon häufiger besucht hat. Doch nicht allein die oft irritierende Schönheit der Landschaft zieht ihn auf die größte Insel der Welt, sein besonderes Interesse gilt den hier lebenden Menschen und wie diese das Leben in einer unwirtlichen Gegend meistern.

Grönland heißt in der Sprache der Inuit "Kalaallit Nunaat". Das bedeutet soviel wie: "Land der Menschen". Von denen es auf der größten Insel der Erde (sechsmal so groß wie Deutschland) nicht mehr viele gibt. Nur rund 57.000, das entspricht wenig mehr als der Hälfte einer deutschen Mittelstadt. Es ist eben ein Land der Naturextreme, die wenige Nischen für die Menschen lassen mit ihrer eigentümlichen Kulturgeschichte und Überlebenskunst in diesem abweisenden und gleichzeitig faszinierenden Teil der Welt.

Vorposten im Eis


Vor Tausenden von Jahren kamen die ersten Vorfahren der Inuit aus Asien nach Grönland. Jäger, die gelernt hatten, sich der lebensfeindlichen arktischen Welt anzupassen. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein lebten Inuit in entlegenen Teilen der eisigen Rieseninsel unentdeckt von den Europäern, die schon seit Jahrhunderten immer weiter nach Norden vorstießen: Walfänger, Händler, Glücksritter und schließlich Kolonisten aus Dänemark.


Und ganz weit im Norden, im einst sagenumwobenen Thule: eine Militärbasis der Amerikaner, die Anfang der fünfziger Jahre dort eindrangen, um im Kalten Krieg einen Vorposten in Richtung Osten einzurichten. Die Inuit wurden aus ihren angestammten Orten weiter nach Norden zwangsumgesiedelt. So entstand die Stadt, die Qaanaaq heißt. Der Kalte Krieg ist lange vorbei - die amerikanische Militärstation ist geblieben.

Fast autonom

Weit ab vom Trubel

Heute hat Grönland eine Bevölkerung, deren Lebensweise von westlich-modern in den wenigen Zentren an der Südwestküste bis zu traditionell, wenn nicht archaisch in ganz entlegenen Gegenden hoch im Norden und an der Ostküste reicht. Nachdem die Inuit lange Zeit völlig fremdbestimmt unter dänischer Herrschaft leben mussten und ihre kulturelle Identität weitgehend verloren, erhielt Grönland nach langem Ringen 1979 den Status der Selbstverwaltung, aber immer noch an der Leine Dänemarks.


Erst Mitte 2009 wurde den Grönländern schließlich ein neuer Autonomie-Status zugestanden, der das Recht auf Selbstbestimmung sowie die völkerrechtliche Anerkennung der Ureinwohner Grönlands festschreibt - und der die Selbstverwaltung der natürlichen Rohstoffe sowie Bodenschätze Grönlands wie Öl, Gas, Gold und Diamanten vorsieht. Doch beim näheren Hinsehen hat Dänemark noch immer nicht alle Leinen gekappt. Auf die völlige Unabhängigkeit soll Grönland noch bis zum Jahr 2021 warten: bis zum 300. Jahrestag der Kolonisation durch Dänemark.
Es sind die Bodenschätze der Rieseninsel, die in letzter Zeit eine immer stärkere Anziehungskraft ausüben. Sie liegen zwar seit Urzeiten in der Erde unter dem Eis, aber mit den steigenden Temperaturen durch den Klimawandel steigen zugleich die Hoffnungen, in absehbarer Zeit an sie heranzukommen. Zu denen, die davon profitieren, dürften die Inuit zuletzt gehören - und vielleicht gar nicht gehören wollen. Sie harren schon immer weit weg vom Getriebe in ihrer eigenen Welt aus, wo am meisten zählt, was für sie unmittelbar zum Leben nötig ist: eine gute Jagdbeute. Über diese Menschen möchte Markus Lanz mehr erfahren und begleitet einige von ihnen, um selbst hautnah zu erfahren, wie sich das Leben dort anfühlt.

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