Sodom und Gomorra

Abraham kann die verruchten Städte nicht retten

Abraham und sein Neffe Lot gehen, nachdem sie Agypten verlassen hatten, getrennter Wege, denn für die inzwischen großen Herden gibt es zu wenig Weideplätze. Lot zieht nach Sodom, gerät zwischen die Fronten und wird von Abrahams Leuten gerettet. Als die Städte Sodom und Gomorra dem Untergang geweiht sind, versucht Abraham, mit Gott zu verhandeln.

Lots Frau Felsen am Toten Meer
Lots Frau Felsen am Toten Meer Quelle: ,ZDF,Renate Beyer

Nachdem Abraham seine Leute von Ägypten nach Kanaan zurückgebracht hatte, sah es für kurze Zeit so aus, als könnte die Gegend zwischen Sichem und Bethel, wo sie schon einmal ihre Zelte aufgeschlagen hatten, der feste Wohnsitz der Großfamilie werden.

Trennung in Frieden

Die Sippe war in Ägypten reich geworden, und auch Abrahams Neffe Lot besaß jetzt stattliche Herden. Das Weideland, das sie sich mit den einheimischen Viehzüchtern teilen mussten, reichte aber nicht. Abrahams und Lots Hirten zankten sich deshalb oft um die besten Futterplätze. Abraham wollte keinen Streit in der Familie: "Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten; oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken", sagte er. Lot zog hinab in das fruchtbare Jordantal, wo damals die Städte Sodom und Gomorra lagen.

Lot zwischen den Fronten

Abraham blieb im kargen Bergland. Da erschien ihm wieder der Herr und er forderte ihn auf, in alle Richtungen zu blicken, "denn alles das Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen geben," sagte er. "Darum mach dich auf und durchzieh das Land in seiner Länge und Breite." Abraham gehorche und wurde nicht sesshaft.


Inzwischen war ein Krieg ausgebrochen zwischen den Fürsten von Sodom und Gomorra und anderen Kleinkönigen. Abrahams Neffe Lot, der sich in Sodom angesiedelt hatte, war unbeteiligt zwischen die Fronten geraten und in Gefangenschaft geraten. Als Abraham das erfuhr, stellte er aus seinen Knechten eine Armee zusammen, jagte den fremden Königen nach bis nach Dan, im Norden des Landes, schlug sie und befreite Lot.

Wieder führt der Bibeltext an einen konkreten historischen Ort. Die Stadt Dan im Norden Israels ist tatsächlich ausgegraben. Der größte Teil der Ruinen stammt aus dem ersten Jahrtausend vor Christus. Aber es gibt auch eine fast tausend Jahre ältere Schicht. Das mächtige, aus Lehmziegeln errichtete Stadttor, das derzeit restauriert wird, gehört dazu.

Stadttor von Dan
Stadttor von Dan Quelle: ZDF

Das Ende von Sodom und Gomorra

In der Bibel heißt es über die Städte Sodom und Gomorra, "dass ihre Sünden gen Himmel schrien". Die Bewohner Sodoms achteten weder das Gastrecht noch die anderen Gesetze. Gott hatte deshalb beschlossen, sie auszulöschen. Als Abraham davon hörte, fürchtete er um seinen Neffen Lot. Er feilschte klug und ausdauernd mit Gott, um Sodom zu retten. Wenigstens Lot und dessen Familie sollten eine Chance haben. Gott willigte schließlich ein und schickte seine Boten zu Lot. Abrahams Neffe erwies sich als ein Gerechter, der das Gesetz hielt: Lot bat die Engel Gottes, die als fremde Männer gekommen waren, gastfreundlich in sein Haus.

Verbrannte Steine am Toten Meer

Dann begann das Inferno, Gott ließ Feuer und Schwefel regnen. Lot und seine Familie durften entkommen. Als sich Lots Frau umsah, erstarrte sie zur Salzsäule. Am Toten Meer in Jordanien steht eine Felsnadel, genau wie in Israel. Beide Felsnadeln gelten als Versteinerung von Lots Frau.


Die biblische Geschichte von Sodom und Gomorra könnte einen wahren Hintergrund haben. Die sündigen Städte lagen wahrscheinlich am Südostrand des Toten Meeres. Wo heute der Boden versalzen ist, war vor Jahrtausenden blühendes Land. Auf jordanischer Seite haben amerikanische Grabungsteams vor dreißig Jahren die Grundmauern einer Stadt gefunden, die den Wissenschaftlern bis heute rätselhaft ist.

Bei Bab ed Dhra am Toten Meer in Jordanien fanden sie mit Ascherückständen bedeckte Mauerreste, verbrannte Steine und verkohlte Scherben. Es muss eine gigantische Feuersbrunst über die Stadt hinweg gezogen sein. Aber ob der Ort mit Sodom identisch ist, bleibt offen.

Abraham zieht weiter

Die Bibel erzählt, wie Abraham am Morgen nach dem Inferno riesigen Rauch aufsteigen sah. Er verließ die Gegend, über die das Strafgericht Gottes niedergegangen war. Er zog nach Süden, in den Negev. Wieder war er ein Fremder unter den Einheimischen, ein heimatloser Hirte, ohne Anspruch auf Landbesitz - immer auf der Suche nach frischen Weideflächen.

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