Stockholm: Freilufttheater, Klippen oder Köttbullar?

Insidertipps von ZDF-Korrespondentin Ines Trams

Stockholm ist eine Stadt gelegen auf 14 Inseln, verbunden durch 57 Brücken. Oftmals - das stellt sich ganz schnell auch für Touristen in der Stadt heraus - sind die Wege übers Wasser schneller und kürzer zurückzulegen als mit U-Bahn oder Bus.

Gerne im Freien

Die Djurgården Fähre ist da eine große Hilfe! Brav fährt sie von früh morgens bis spät abends von Slussen auf der Insel Södermalm, über Gamla Stan und Skeppsholmen bis zum Vergnügungspark Gröna Lund und zur "grünen" Insel Djurgården. Die Fähre gehört zum typischen Bild Stockholms - und wird genutzt von Touristen und echten Stockholmern gleichermaßen.


Die Schweden sehnen sich nach dem langen, dunklen Winter so sehr nach dem Sommer. Wenn Licht und Wärme dann einmal da sind, freuen sich die Nordländer mehr als andere. Und alles muss dann draußen stattfinden, jede Minute Sommer voll ausgekostet werden.

So verlegt die große Fitnesskette "Friskis och Svettis" im Sommer ihre Aerobic- und Yoga-Kurse ins Freie, auf Wiesen und in Parks, beispielsweise auf Södermalm auf die Wiesen entlang Hornstulls Strand oder in den Rålambshovsparken auf Kungsholmen. Und jeder kann mitmachen: Typisch schwedisch, die Open Air-Kurse sind kostenlos.

Kostenloses Theater auf der Wiese

Genauso zieht es das Ensemble des Stockholmer Stadttheaters nach draußen. Auch dessen Vorstellungen finden im Sommer draußen statt, auf einer einfachen Wiese oder in der Freilufttheater-Arena des Vita Bergen Parks in Södermalm. Alle Vorstellungen - von Shakespeare bis zum modernen Musical - kostenlos. Picknick und warme Decke nicht vergessen.

Köttbullar in Tennisballgröße

Natürlich kann man sich bei gutem Wetter auch individuell einen schönen Abend machen. Sehr stockholmerisch: Auf den Klippen der Stadt, im Skinnarviksparken in Södermalm - mit Blick auf Mälarsee und Kungsholmen. Festes Schuhwerk mitbringen, Picknick, Grill, und einen guten Wein - wunderbarer kann ein Tag in der schwedischen Hauptstadt nicht ausklingen.


Kulinarisch hat sich in Schwedens Hauptstadt in den letzten Jahren einiges getan. Die Küche ist international geworden, und die traditionell schwedische Küche wird zusehends ergänzt um witzige, aparte Aspekte aus der ganzen Welt. Traditionell gute schwedische Küche gibt es auf der Insel Södermalm, im "Pelikan". Bierhallenatmosphäre, netter Service, Knäckebrot vorneweg - und dann Köttbullar wie sie Ikea nicht serviert - nämlich in Tennisballgröße.

Moderne schwedische Küche gibt es im "PA & Company" auf der Insel der Besserverdiener, auf Östermalm. Hier treffen sich die Geschäftsleute, Designer und Intellektuellen der Stadt. Stammlokal der Star-Designerin Filippa Knutsson, sie findet das Restaurant ist klein wie "ein Wartezimmer" und "eine zur Bar gewordene Facebook-Community".

Speisen wie Filippa K

Hier stehen auch die Klöpse auf der Karte, die klassischen Köttbullar, allerdings mit Manchego-Käse gefüllt. Moderne, witzige schwedische Küche. Aber Achtung: der Laden ist gut gebucht, man bekommt als Tourist oder Zugereister nur einen begrenzten timeslot für einen Tisch zugewiesen. Danach muss man den räumen, um Stammgästen wie Filippa Platz zu machen.

Café-Oase und Krimischauplatz

Die Café-Kultur in Stockholm ist ganz ausgeprägt. Die fika-Pause, die Kaffee-Pause, ist den Stockholmern außerordentlich wichtig, weltweit liegen sie hinsichtlich des Kaffeekonsums ganz weit vorne. Entsprechend findet man kaum internationale Kaffee-Ketten in der Stadt, stattdessen sind individuelle Cafés angesagt.


Ein ganz besonderes ist das "Rosendals Trädgård" auf der grünen Parkinsel Djurgården: Ein Gewächshaus mit Café dabei, wunderbar ländlich und romantisch, mitten in der Stadt. Und alles so gesund. Von Karottenkuchen bis zum gesunden Sandwich wird hier ein buntes, organisches Buffet geboten - alles aus eigenem Anbau.

Ein cooles, kleines Café ist die "Mellqvist Kaffebar" in der Hornsgatan auf Södermalm. Anders Persson serviert hier sicherlich den stärksten Kaffee Stockholms, inklusive mühevoll verzierter Milchschaumhäubchen. Dazu gibt's deftige Sandwiches auf gutem Brot. Für die bunt-gemischte Södermalmer Nachbarschaft ist die Kaffebar das Café um die Ecke. Inzwischen ist es aber auch bei Touristen und Gästen bekannt, da Krimi-Autor Stieg Larsson hier Stammgast war und die Location zum Schauplatz in seinen drei Millennium-Büchern gemacht hat.

Nachtleben mit Königskindern

In den Saluhallen auf der Insel Östermalm findet man die wunderbare alte Markthalle Stockholms. Ein schönes backsteinernes Gebäude aus dem Jahre 1890 mit opulent ausgestatteten Markständen im Inneren - ein Delikatessentempel. Elchfleisch, getrocknetes Rentierfleisch und meterhoch belegte Krabbenbrote - ein Einkaufsparadies für all die, die nordländische Küche mögen.

Danach geht's auf ins Nachtleben. Besonders im Sommer dreht der Stockholmer auf. Je kürzer die Dunkelheit, desto länger die Nächte. Im Schickimicki-Viertel Stureplan auf Östermalm haben die Clubs bis morgens um fünf auf. Entsprechend viel los ist hier. "Sturecompaniet", "Spy Bar", "Laroy" - nur einige der Clubs. Hier werden die schwedischen Ideale von Gleichheit und Volksheim einfach weggefeiert. Auch die Königskinder gehen hier gerne aus.

Sonnenuntergang und Livemusik

Etwas ruhiger, etwas alternativer geht es auf der Insel Södermalm zu, im Södra Teatern. Hier hat man den besten Blick auf den nicht enden wollenden Sonnenuntergang in Stockholm. Auf mehreren Terrassen feiert die alternativ-kreative Szene Södermalms den Sommer. Gerne auch mit Live-Musik.

Eher un-stockholmerisch kommen die so unterschiedlichen Klientel der Inseln Östermalm und Södermalm in diesem Club zusammen: Im "F 12" im Zentrum. In diesen Open Air Nightclub, auf den Terrassen der Königlichen Kunstakademie, gehen die, die mit toller Musik bunt gemischt feiern und tanzen wollen. Gute Stimmung garantiert.

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