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Street Food Teil 1

Spieße, Skorpione und eine deftige Suppe

Dokumentation - Street Food Teil 1

Street Food ist Essen von unten, ist näher an den Menschen, ist authentischer. Und umgekehrt: Kein Essen erzählt mehr von den Menschen eines Ortes: ihre Vorlieben, ihre Schrulligkeiten.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.01.2018, 14:00
Produktionsland und -jahr:
Thailand , China , Vietnam , Japan 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Street Food-Orte sind wie eine Speisekammer mit mobilen Küchen, Kochstellen – an denen neben den besten Fleischspießen, Burritos, Nudelsuppen, Ceviches auch die tollsten Geschichten lagern. Street Food zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Kulturen sind.

Normen Odenthal und Thomas Reichart erkunden die unterschiedlichsten Street Foods und die Menschen, die sie zubereiten. Ein Streifzug durch Asien und den amerikanischen Kontinent, der aus dem Bauch heraus beginnt – und spannende, unerwartete Erkenntnisse über Leute, Land, Politik und Kultur nebenbei erzählt.

Im ersten Teil bereisen Normen Odenthal und Thomas Reichart vier Länder Asiens und erleben von touristisch eingefärbtem Street Food bis zur ursprünglichen uigurischen Küche extreme Gegensätze.

Offene Feuer, dichter Dampf: In Xinjiangs Oasenstädten wird gekocht wie zu Seidenstraßenzeiten.
Offene Feuer, dichter Dampf: In Xinjiangs Oasenstädten wird gekocht wie zu Seidenstraßenzeiten. Quelle: ZDF/Toby Marshall

Es gibt nichts, was es nicht gibt, das erfährt Normen Odenthal in Thailands Hauptstadt Bangkok. Westliche Touristen staunen über die Vielfalt der Straßen-Küche, die Mutigen unter ihnen probieren Frösche, Skorpione, Insekten. Street Food ist auch ein Weg aus dem Elend für die Köche. Saiyuud Diwong, genannt Poo, hat es geschafft. Sie ist im größten Slum Bangkoks aufgewachsen, hat sich dort – wie so viele andere – als Straßenköchin durchgeschlagen. Inzwischen hat sie mit Promi-Köchen wie Jamie Oliver am Herd gestanden, ein Buch herausgegeben, betreibt eine kleine Kochschule.

Existenzieller, rauer, männlicher geht es auf einem Bazar in Chinas wildem Westen, in Xinjiang zu. Straßenkoch Alimu kämpft an seinem Stand mit dem Holzfeuer und einem alten Ventilator, auf dem er mit frischem Lammfleisch Kebab brutzeln will, der so anders als in Europa schmeckt. Hier an den alten Oasenorten der Seidenstraße braucht ein guter Kebab vor allem: Feuer und Fleisch. Thomas Reichart beißt beherzt zu beim Essen wie zu Karawanenzeiten.

Reichart findet extreme Gegensätze des Street Food weit im Süden Chinas, in der Weltwirtschaftsmetropole Shanghai. An seinem Stand verkauft Xu Junwen jede Nacht Youtiao, Shanghais Kultimbiss. Youtiao sind goldgelb ausgebackene Teigstangen. In der Menschen-Schlange, die sich hier bildet, treffen sich die Armen und die Reichen, die Gesunden und die Kranken. So wird das Straßengericht Youtiao zu einer Art warmen Decke, in die sich jeder gerne hüllt in dieser rasanten Stadt, wo genug nie genug ist.

Die schwimmenden Märkte im Mekong-Delta in Vietnam.
Die schwimmenden Märkte im Mekong-Delta in Vietnam. Quelle: ZDF/Daniel Raquet

Rasant ist auch Herr Tuan mit seiner mobilen Garküche unterwegs in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam. "Ich bin stolz auf meinen Sohn. Er kann seine Familie ernähren." Der Satz, den Normen Odenthal in Südvietnam hört, bringt es auf den Punkt: Street Food heißt hier: Kochen, um zu überleben. Herr Tuan bereitet in seiner Garküche traditionelle Nudelsuppe zu, eine Portion kostet umgerechnet 80 Cent. Für Herrn Tuan reicht das, um über die Runden zu kommen. Dafür musste er seine Heimat am Mekong-Fluss verlassen. Die Erinnerung an seine Kindheit ist wieder da, wenn er die dampfenden Nudelsuppen der Bootsfrauen probiert. Auch wenn er selbst ein Koch ist, sagt Herr Tuan: so gut schmeckt es nur hier, so gut schmeckt Heimat.

Nudelsuppe der anderen Art ist in Japan legendär. Ramen geht eigentlich ganz einfach. Schweinekopf- und Füße über Stunden bei großer Hitze auskochen, Nudeln in die Brühe, zwei, drei Scheiben krosser Schweinebauch drauf, Frühlingszwiebel drüber gestreut – fertig. Spät abends noch Halt machen, bei einem der Yatais in Fukuoka. Auf einem schmalen Hocker sitzen und die Nudeln und Brühe schlürfen. Denn genauso muss man Ramen essen, sehr heiß und sehr laut schlürfend. So hat es der Koch Thomas Reichart und Normen Odenthal jedenfalls gezeigt.

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