Südamerikas Traumroute

Unterwegs mit dem Patagonien-Express

ZDF-Südamerika-Korrespondent Andreas Wunn fährt mit der historischen Schmalspurbahn „La Trochita“ durch den argentinischen Teil Patagoniens. Eine Reise durch eine faszinierende Landschaft.
Dort trifft der Autor Aussteiger, Naturschützer und grillende Gauchos und lässt sich von ihnen erzählen, wie es sich lebt am Ende der Welt. Mythos Patagonien - einer der letzten wilden Orte der Welt. Fernweh, Abenteuer, Einsamkeit, Weite, Schönheit und Ursprünglichkeit.

Es ist eine Reise ans Ende der Welt auf einer historischen Strecke. Die Dampflock schwitzt Öl und Wasser, in ihrem Inneren glühen 1200 Grad. Draußen reißt der kühle Steppenwind den Dampf in Fetzen und lässt ihn durch das Gras an den Gleisen davon wehen. Die Argentinier gaben der berühmten Schmalspureisenbahn den Namen „La Trochita“, „das Spürchen“.

Die Bahn sollte Patagonien wirtschaftlich erschliessen

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde „La Trochita“, der Patagonien-Express, gebaut. Die abgelegene Region sollte wirtschaftlich erschlossen werden. Bis 1950 transportierte die Bahn nur Güter, seitdem fahren auch Passagiere auf der Strecke. Mit dem Ausbau des Straßennetzes schwand die Bedeutung des Patagonien-Express. 1979 machte der Reiseschriftsteller Paul Theroux mit seinem Buch „The Old Patagonian-Express“ die Bahn weltberühmt. Seitdem ist sie eine Pilgerstätte für argentinische Nostalgiker und Touristen aus aller Welt, obwohl die Bahn heute nur noch auf zwei sehr kleinen Strecken fährt.

Links und rechts der Gleise trifft Autor Andreas Wunn alte und neue Bewohner Patagoniens. Nicht weit vom Bahnhof in El Maiten entfernt, besucht er ein Kondor-Projekt. Der „König der Lüfte“, wie sie den Kondor in Patagonien nennen, ist der größte flugfähige Vogel der Welt. Seine Flügelspanne beträgt drei Meter, hunderte Kilometer kann er am Tag zurücklegen. In den letzten Jahren hat sich seine Heimat, das südamerikanische Andengebirge, dramatisch verändert. Der Kondor wird aus seinem Lebensraum verdrängt. In Patagoniens größter Hippie-Kommune, El Bolson, leben Menschen, die in Patagonien auf der Suche nachihrer Zukunft sind. Sie haben den Alltag und die Wirtschaftskrise in Buenos Aires hinter sich gelassen und zogen nach Patagonien, um ein neues, einfacheres Leben zu beginnen.

Die alten Traditionen der Region am Ende der Welt spürt Andreas Wunn in dem Ort Cholila auf. Jedes Jahr findet dort das nationale Grillfest, die „Fiesta Nacional del Asado“ statt. 50.000 Besucher an nur einem Wochenende, 30.000 Kilogramm Fleisch auf einem 250 Meter langen Grill. Musik, Tanz, Rodeo und die Wahl der Grillkönigin. Hier lebt das ursprüngliche Patagonien noch.


Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet