Tankstelle für die Seele

Kloster auf Zeit

Die Klöster boomen - allerdings wirkt sich das nicht auf den Nachwuchs der Ordensleute aus, sondern betrifft vielmehr die Teilnehmer der Aktion "Kloster auf Zeit". Über 300 Klöster öffnen in Deutschland ihre Pforten für Gäste, die für einige Tage oder Wochen im Kloster mit den Nonnen und Mönchen gemeinsam leben. Die Tendenz bei der Zahl der teilnehmenden Klöster und bei den Besuchern ist steigend.

Nina Ruge im Gespräch mit Paul Hüttinger Quelle: ZDF

Die einen möchten sich von der Hektik des Alltags erholen, andere suchen nach einer Neuorientierung in ihrem Leben; wieder andere nutzen die Zeit im Kloster, um den eigenen Glauben zu reflektieren oder zu vertiefen.

Meist sind die Gründe vielschichtig, wie etwa bei Hans Hüttinger, der bereits sieben Mal an einem Kurs "Kloster auf Zeit" der Abtei Niederaltaich teilgenommen hat. Der Deggendorfer wollte eine Auszeit von Familie und Beruf nehmen, um Zeit für sich zu haben, erklärt er. Durch die Tage im Kloster sei er ausgeglichener geworden. Davon habe seine Familie ebenso profitiert wie sein Beruf.

Auszeit vom "normalen Leben"

Das Kloster Niederaltaich war das erste in Deutschland, das sich geöffnet hat für jedermann - für Menschen, die Ruhe und Orientierung suchen. Seit 1962 gibt es hier das "Kloster auf Zeit". Männer haben die Möglichkeit, mit den Mönchen zu leben, um in der Stille, im Gebet, im Gespräch und in spezieller geistlicher Unterweisung eine Neuorientierung für das eigene Leben zu finden. In Niederaltaich ist es üblich, dass die Teilnehmer im Kloster einen Chormantel tragen. Damit werde auch äußerlich deutlich, dass sich die Zeit vom "normalen Leben draußen" unterscheidet.

Je nach Kloster sind die Tage ganz unterschiedlich geprägt. Fester Rahmen sind in der Regel die Gebets- und Gottesdienstzeiten der jeweiligen Gemeinschaft. Die Zeit dazwischen wird meist unterschiedlich gefüllt. Einige Klöster bieten Vorträge und geistliche Unterweisungen sowie handwerkliche Tätigkeiten an. Andere werben mit Zeiten der Stille, des Nachdenkens und der Einkehr. Bei der Dauer sind ab einer Woche nach oben oft keine Grenzen gesetzt.

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