Traumjob für Produzentin

Drehbericht der Autorin Iris Bettray

Für eine TV-Produzentin ist die Sendereihe "Traumwohnung in der Traumstadt" eine reizvolle Herausforderung. Man reist um die ganze Welt, filmt wunderschöne und sehenswerte Wohnungen und Häuser und stellt die Hotspots und In-Plätze der Metropolen vor. Aber vor allem arbeitet man mit Menschen zusammen, die etwas wagen. Menschen, die wegen eines Jobs in eine Großstadt im Ausland ziehen und sich auf eine - manchmal auch sehr emotionale - Suche nach einem neuen Zuhause begeben.

Das Kamerateam im Markt von São Paulo
Kleine Pause für das Team im Markt von São Paulo Quelle: ZDF/Iris Bettray

In der ersten Staffel im Jahr 2012 konnten wir die Immobilienmärkte in Moskau, San Francisco, Shanghai, London, Singapur und Vancouver vorstellen. In der neuen Staffel haben wir Paare und Familien nach Los Angeles, Amsterdam, Sydney, Stockholm, Hongkong, Wien, São Paulo und Rom begleitet.

Insider-Wissen

Wir sind oft gefragt worden, wie wir die Wohnungssuchenden gefunden haben. Die Antwort ist: durch lange und aufwendige Recherche. Wir arbeiteten weltweit mit Deutschen Institutionen zusammen, hatten Konsulate und Botschaften angeschrieben und Kontakt zu den Presse- und Personalchefs der Unternehmen und Kanzleien aufgenommen, die regelmäßig Mitarbeiter ins Ausland schicken. Darüber hinaus kontaktierten wir Maklerbüros und Relocator, also Umzugshelfer, in den reizvollsten Städten der Welt.

Wenn man in einer fremden Stadt eine Wohnung sucht, erfährt man viel über den Alltag dort, über die beliebten Wohnviertel und die Lebensweise der Bewohner. Welche Straßenzüge nicht so angesagt und wo die größten Einkaufszentren sind, die besten Restaurants, die nettesten Bars. Kurzum: Wir lernten bei den Dreharbeiten die Metropolen nicht durch den Blick der Touristen kennen, sondern durch Insider vor Ort.

Nach oben keine Grenze

Wohnzimmer in Wien mit gediegener, altmodischer Ausstattung
In Wien kann eine Traumwohnung auch etwas "plüschiger" ausfallen. Quelle: ZDF

Die Städte, die wir in der aktuellen Serie besuchen, können unterschiedlicher kaum sein: Das durch seine jahrtausendealte Geschichte geprägte Rom mit seinen monumentalen Stadthäusern, das hochmoderne Hongkong mit seinen gigantischen Häuserschluchten, das verspielte Wien, in dem manche Wohnungen an die alte Kaiserzeit erinnern und das liberale, junge Amsterdam mit seinen Hausbooten. Dazu im Gegensatz São Paulo, Heimat von über zwanzig Millionen Menschen, teilweise in Stadtvierteln, in die wir uns nicht hinein getraut haben. Aber auch hier gibt es Traumwohnungen ähnlich wie in Beverly Hills, dem luxuriösen Stadtteil von Los Angeles. Stockholm, die kleinste Großstadt der Welt, dagegen war eine drollige Kulisse und erinnerte uns an die Pipi Langstrumpf-Filme unserer Kindheit.

Alle Großstädte haben etwas gemeinsam: Hier zu wohnen ist teuer. Alle Protagonisten, die wir mit der Kamera begleiten durften, hatten ein ordentliches Budget, aber die Preise für Traumwohnungen sind hoch und übersteigen manchmal das gesetzte Limit. Luxus-Mietwohnungen für monatlich 10.000 Euro, Dachgeschossausbauten im Zentrum der Stadt und Villen in den Hügeln der Vorstädte sind für ein paar Millionen Dollar überall im Angebot. Oft kann sich das nur die sehr wohlhabende Klientel aus China und Russland leisten.

Unerschwingliche Träume

Es ist aber dennoch ein Genuss zu sehen, wie sich moderne Wohnträume realisieren lassen. Vor allem in Amerika beeindruckten uns die Schrankkonstruktionen, die wahre Raumwunder sind. Zum Standardrepertoire moderner Küchen gehört dort neben dem Induktionsherd, der Dampfgarer, die Wärmelampe und sogar Speiseaufzüge – sinnvoll in mehrgeschossigen Wohnungen. In großen Schlafzimmern findet sich der Traum vieler Frauen schlechthin: der begehbare Kleiderschrank mit separatem Schuhschrank. Auch ins Bad integrierte Dampfbäder oder in Wände eingebaute Wasserkühlungssysteme, anstelle vom Klimaanlagen, haben wir gefilmt.

Nicht nur für die Fernseh-Crew, auch für unsere Protagonisten, die demnächst in den Metropolen leben werden, war es eine aufregende, bilderreiche Zeit. Und auch wenn manche Traumwohnung für alle Beteiligten unerschwinglich geblieben ist, so teilen wir alle das Fazit eines Wohnungssuchenden: Es ist doch schön, wenn man noch Träume hat.

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