Über unserer Erde

Zu Himmelfahrt 2009

Dem Himmel so nah, dort, wo Christen Gott vermuten - und trotzdem mitten im Alltag: Die zwei Protagonisten dieser Doku haben den eigenen Traum zum Beruf gemacht, sie verbringen ihr Leben "über den Wolken", wenn auch auf unterschiedlichste Weise. Viele träumen von Grenzenlosigkeit - wir gehen mit auf die Reise über die Wolken...

gezeichnetes Flugzeug vor Himmel
gezeichnetes Flugzeug vor Himmel Quelle: ,ZDF,Küstenmacher

"Komm lass uns fliegen!" Hans-Jörg Georgi rudert mit seinen Armen und ist völlig versunken in seinem Traum vom Abheben. Der 59-Jährige träumt nicht nur, er baut auch Flugzeuge aus Pappe. Mitunter sechsstöckig. Er bereist die Welt, in seiner Fantasie. Im Frankfurter Atelier Goldstein hat er seine seelische und künstlerische Heimat gefunden, seine Kunstwerke werden weltweit verkauft, zu hohen Preisen. Kinderlähmung und der frühe Tod der Eltern, das machte das Leben von Hans-Jörg Georgi zum Problem.

Durch seine Kunst hat er sich seine neue Freiheit erobert. Eine Ausstellung in New York ist geplant, Hans-Jörg Georgi muss dennoch sein Leben in einem Behindertenheim verbringen. Er braucht Hilfe im Alltag, er wirkt zerbrechlich, kann kaum laufen und zeigt dennoch viel Stärke in seinen Werken. Wer seine Kunst sieht, ahnt nicht, dass ein "Krüppel" hinter den Werken steckt, wie er selbst sagt. Sein Wunsch: noch einmal jung sein, einfach alles machen können, sich unbehindert bewegen können und einfach nur weit wegfliegen. Über unsere Erde hinaus.

Hans-Jörg Georgi und ein Flugzeugmodell
Hans-Jörg Georgi und ein Flugzeugmodell Quelle: ZDF

Stargate der Christenheit

Für den Zeichner und Theologen Werner Tiki Küstenmacher, der durch diese Sendung führt, ist Christi Himmelfahrt das modernste Kirchenfest überhaupt. Das Tor zum Himmel, das Stargate der Christenheit. Freiheit, Zukunft, Sehnsucht nach Erlösung. "Fliegen, sich von der Erde erheben, das ist ein uralter Traum der Menschen, seit langer, langer Zeit ist er endlich in Erfüllung gegangen," meint Küstenmacher: "Seit gerade mal drei Generationen ist es für fast alle erschwinglich geworden, jetzt kann jeder in den Himmel fahren."


Auch die Raumfahrt brachte uns der Transzendenz des Himmels näher. Neil Armstrong schwebt von der letzten Treppe der Raumfähre auf den Mond und fühlt die Erkenntnis des Göttlichen im Menschen und in der Schöpfung neu. Für ihn sind es Himmelstreppen gewesen, die er gehen durfte. "Ein kleiner Schritt für die Menschen, ein großer für die Menschheit", kommentierte er damals.

Über den Wolken

Philipp Heinbockel fliegt aus Leidenschaft mit großen Maschinen über den Atlantik, den Pazifik, und fühlt sich dort oben richtig frei. Der 32-Jährige ist Pilot bei Condor. Seit elf Jahren verwirklicht er sich seine Träume von Freiheit und der Nähe zum eigenen Ich. Das Sein, die Verantwortung, die er für sein Leben und das seiner kleinen Familie hat, darüber denkt er oft nach. "Der Himmel bedeutet für mich Freiheit, der Himmel, ist ein Platz, wo nicht jeder sein kann, wo, natürlich wird viel geflogen in der heutigen Zeit. Nur selber in der Nähe des Himmels zu sein, ist ein ganz tolles Gefühl für mich."

Die räumliche Nähe zu Gott, zu dem "allmächtigen Wesen da oben", die glaubt er manchmal zu spüren, wenn er unterwegs ist. Dann ist es nicht Urlaub von der Familie - für ihn ist es auch ein Fliegen zu sich selbst. "Eine Selbsterkenntnis, das wir eingebunden sind in ein großes Ganzes, in den Kosmos. Die beiden Protagonisten Hans-Jörg Georgi und Philipp Heinbockel sind dieser Gewissheit und der Zukunft auf besondere Weise nah.

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