Untergang der Wikinger

Die Missionierung des Nordens

Tim Wilkins mit Wikingerhelm 2005

Dokumentation | Dokumentation - Untergang der Wikinger

Mordend und brandschatzend suchten die Wikinger Europa heim. Beseelt vom Glauben an ihre Götter zogen sie in die Schlacht. So das Klischee. Mittlerweile zeichnet die Wissenschaft ein anderes Bild.

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Mordend, sengend und brandschatzend suchten sie das mittelalterliche Europa heim: die Wikinger. Ob London, Paris oder Hamburg - kein Ort war vor ihren Überfällen sicher. Mit Streitaxt, Schwert und Todesverachtung zogen sie, beseelt vom Glauben an ihre Götter Thor und Odin, in die Schlacht - so das gängige Klischee. Mittlerweile zeichnet die Wissenschaft jedoch ein deutlich vielschichtigeres Bild der Raubeine aus dem heutigen Skandinavien.

Mit ihren eindrucksvollen Schiffen trieben sie Handel von Arabien bis Amerika, von Grönland bis Afrika. Sie entdeckten neue Welten - und drückten der Geschichte Europas ihren Stempel auf. Die Hinwendung zum Christentum sollte schließlich vor 1000 Jahren das Ende ihrer Epoche besiegeln.

Raue Nordmänner verlieren Schrecken

In der aufwändig inszenierten Dokumentation "Untergang der Wikinger - Die Missionierung des Nordens" zeigt das ZDF, wie die rauen Nordmänner allmählich ihren Schrecken verloren. Spielszenen an Originalschauplätzen entführen die Zuschauer in die Welt des mittelalterlichen Nordeuropas. Die Autoren Christopher Paul und Claas Thomsen gehen der zentralen Frage nach, warum sich die Wikinger gegen Ende des ersten Jahrtausends von ihren alten Göttern abwandten - Götter, die ihnen doch auf hoher See, im Schlachtengetümmel oder auf den Marktplätzen des Mittelalters über Jahrhunderte gute Dienste erwiesen hatten.

Historiker und Archäologen aus Island, Norwegen, Schweden, Dänemark und Deutschland zeichnen in der Dokumentation ein neues Bild der Wikinger und ihrer Religion. Lange Zeit waren Wissenschaftler überzeugt, dass die Menschen des Nordens ihren Göttern nur im Freien gehuldigt hätten. Doch unweit der schwedischen Stadt Lund stießen Archäologen jüngst auf die sensationellen Überreste eines großen Tempels, der reich mit goldenen Amuletten geschmückt war.

Legendäre Drachenboote

Von zentraler Bedeutung für die Religion der Wikinger waren auch die Drachenboote. Um die Gräber bedeutender Persönlichkeiten stellte man gewaltige Steine in Form von Booten auf. Manche Könige wurden sogar in prachtvoll geschmückten und reich verzierten Schiffen bestattet. Darstellungen solcher Bestattungsrituale finden sich auch in den geheimnisvollen Bildsteinen der Insel Gotland. Wie hart das Leben an Bord war und mit welchen Schwierigkeiten bei einer längeren Seefahrt zu rechnen war, erfahren die Zuschauer im Wikingerschiffmuseum Roskilde.


Hier wagten vor einigen Jahren 60 Männer und Frauen in einem rekonstruierten Drachenboot der Wikingerzeit die strapaziöse Überfahrt nach Dublin.

In der Dokumentation wird klar, dass die Hinwendung zum Christentum auch ein Spiel um die Macht in Europa war. Herrscher aus dem Norden nutzen die neue Religion, um sich zu mächtigen Königen aufzuschwingen - auf Augenhöhe mit den Regenten des christlichen Europa. Der florierende Handel war eine weitere treibende Kraft. Denn das Arrangement mit dem Christentum eröffnete neue Märkte - und Frieden als Basis brachte größere Profite, als je mit Plündern und Raub zu gewinnen waren.



Film von Christopher Paul und Claas Thomsen

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