Unterwegs zum Nordkap

Zuhause am Eismeer

In ihrem Film" Unterwegs zum Nordkap - Zuhause am Eismeer" führt Ines Trams von Nordfinnland über die Grenze nach Norwegen - bis ans Ende Europas, bis zum Nordkap. Die riesige, menschenleere Weite jenseits des Polarkreises muss leibhaftig erfahren werden. Hier, wo mehr Rentiere als Menschen leben, treibt das ZDF-Team mit den Sami, dem letzen Urvolk Europas, ihre frei lebenden Rentiere zusammen zum Rentier-Scheid. Jeder Rentierzüchter entscheidet bei dieser jährlichen "Inventur" auf einen Blick: Welches Tier gehört mir? Für welches soll es das letzte Jahr gewesen sein?

Für die Sami der Region ist die Rentierscheidung ein gesellschaftliches Ereignis. Sie leben in dieser Zeit im Hüttenlager am Scheidplatz mitten in der Wildnis. Das haben sie sich bis heute von ihrer Lebensweise als Nomaden bewahrt.

Jenseits der Grenze, im norwegischen Karasjok feiert die ZDF-Crew mit einem jungen Sami-Paar eine traditionelle samische Hochzeit. Allein das Einkleiden in die bunte Tracht dauert Stunden, doch die modernen, jungen Sami wollen bewusst ihre Kultur entdecken und erleben.

Ein schroffes Leben am Rande des Eismeers

Was Nord-Finnen und Nord-Norweger vereint, ist die gemeinsame Ablehnung der jeweiligen Hauptstädte, der Mentalitätsunterschied gegenüber "denen aus dem Süden". Von Oslo und Helsinki fühlen sie sich im wilden Norden nicht verstanden. Oft hat dieses gegenseitige Unverständnis ganz konkrete, schmerzhafte Auswirkungen. So traf das ZDF-Team auf die Menschen von Skarsvåg, dem nördlichsten Fischerdorf der Welt. Oslo will dort die kleine Schule schließen, damit sehen die Skarsvåger ihr Heimatdorf vor dem Aus. Die Dörfer so weit im Norden gelten dem norwegischen Staat als Klotz am Bein, sie kosten ihn viel Geld. Doch die Skarsvåger kämpfen gegen das Schicksal, zum Geisterdorf zu verkommen. Ein Schicksal, das bereits zahlreiche andere Fischerdörfer an der nord-norwegischen Küste ereilt hat.

Das Leben am Rande des Eismeers ist schroff, aber faszinierend. Die Menschen hier finden immer neue Wege, sich mit dem Leben im ganz hohen Norden zu arrangieren. Deutlich wurde dem deutschen Kamerateam, dass die Menschen, die in dieser rauen Gegend leben, nirgendwo anders leben können - oder wollen. Die langen Winter, die Kälte, auch die Dunkelheit über viele Monate - das macht sie aus.

Nördlichstes Ende

Am Ende seiner Winterreise erreicht das ZDF-Team das sagenumwobene, mythische Nordkap. Ein schroffer Felsen in der Brandung des Nordmeers, der im engeren Sinne gar nicht das nördliche Ende des europäischen Festlandes darstellt. Dennoch zieht es Jahr für Jahr Touristenmassen aus aller Welt an. Einige Mutige kommen die schneeverwehte Straße auch im Winter hoch - die Zeit, zu der das Kap eigentlich am schönsten ist: Weiß bestäubt, sturmumtost, in hängenden Nebelschwaden, die vom Meer ans Land ziehen. Vielen ergeht es dann wie dem Reisenden Francesco Negri, der 1664 in sein Tagebuch geschrieben hat: "Hier, wo die Welt zu Ende ist, hört auch meine Sehnsucht auf und ich kehre zufrieden nach Hause zurück."

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