Virtuelle Abenteurer in der Todeszone

Das Computerspiel S.T.A.L.K.E.R. kreist um den Gau und seine Folgen

Im März 2007 erschien das Computerspiel S.T.A.L.K.E.R.- Shadow over Chernobyl auf dem Markt. Entwickelt wurde es von der ukrainischen Firma GSC Game World. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Ego-Shooter mit Rollenspiel-Elementen. Das Game hat inzwischen Kultstatus in der Spielerszene erlangt. 2008 erschien dann auch der zweite Teil "Clear Sky", ein Jahr später ein weiteres Game mit den Titel "Call of Propjat".

In S.T.A.L.K.E.R.-Shadow over Chernobyl durchforstet der Spieler sogenannter Stalker die Sperrzone rund um den Reaktor von Tschernobyl, in dem (im Spiel) eine erneute Explosion stattgefunden hat.

Ein "Gezeichneter" ohne Erinnerung

20 Jahre nach dem ersten Reaktorunglück kommt es im Jahr 2006 erneut zu einem Störfall im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl. Das Militär riegelt den gesamten Bereich hermetisch ab, doch die verbotene Zone, einfach "die Zone" genannt, zieht jede Menge Abenteurer und Söldner an, die im verstrahlten Bereich nach durch Anomalien und Radioaktivität entstandene Artefakten suchen, die sich teuer verkaufen lassen.


Doch die Zone ist nicht nur verstrahlt und durch elektrische Anomalien enorm gefährlich, sondern auch Schauplatz von Machtkämpfen verschiedenster Interessengruppen.

Neben dem Militär und den Banditen verfolgen auch die Wächter und die "Stalker" ehrgeizig ihre Ziele, die sich zum Teil entgegen stehen. Nicht zu vergessen die zahlreichen und hochaggressiven Mutanten. Der Spieler schlüpft 6 Jahre nach dem fiktiven zweiten Zwischenfall im Jahr 2012 in die Rolle eines solchen Stalkers, der nach einem Gedächtnisverlust auf der Suche nach der eigenen Identität ist.

Eine postapokalyptische Stimmung

Im Spiel findet sich ein detailgetreuer Nachbau des AKW Tschernobyl. Die düsteren Industrieruinen vermitteln eine postapokalyptische Stimmung. Der Spieler wird mit einer Welt konfrontiert, die durch die Atomkatrophen völlig aus den Fugen geraten ist.


Immer wieder trifft man auf Rudel schrecklich mutierter Hunde und Wildschweine, die ziellos die hochverstrahlte Gegend durchstreifen. Überall lauert Bedrohung und Wahnsinn, Wesen, die nur dem Anschein nach menschlich zu sein scheinen, haben sich in wilde Kreaturen verwandelt. Sie attackieren den Spieler zumeist in den dunklen und düsteren Fabrikruinen auf, und man hat seine liebe Mühe, sich ihrer zu erwehren.

Hat man sich bis zum Ende des Spiels durchgekämpft - es gibt verschiedene Ende, je nach den Fähigkeiten des Spielers -, bleibt ein Gefühl der Beklemmung zurück: Es ist vor allem die trostlose, deprimierende Atmosphäre, die auch noch durch den entsprechenden Soundtrack untermalt wird.


Aus dem Spiel ist inzwischen Ernst geworden: Viele Gamer wollten sich nicht mit der Konsole begnügen, sondern haben sich tatsächlich auf eigene Faust auf den Weg in die Sperrzone gemacht und möchten das Stalkerfeeling mal real erleben. Übrigens: Vorlage für den Endzeit-Shooter ist der Roman von Arkadi und Boris Strugatzki "Picknick am Wegesrand". Dieser utopische Roman wurde unter dem Titel "Stalker" von Andrei Tarkowski verfilmt. Außerdem gibt es zum Computerspiel noch eine begleitende Buchreihe mit dem Titel "Stalker - Shadow over Chernobyl".

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