Wasser, Licht und Wunder

Mit Nina Ruge in Lourdes

Lourdes ist einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt. In dem kleinen südfranzösischen Städtchen soll 1858 - also vor genau 150 Jahren - dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous Maria erschienen sein. Seitdem pilgern Millionen von Menschen in den Ort; darunter Zehntausende Kranke. An Mariä Himmelfahrt reist auch Nina Ruge nach Lourdes, um mehr über die Faszination des Ortes herauszufinden.

Rollstuhlfahrer in Lourdes Quelle: ZDF,Jürgen Erbacher

Dem so genannten Lourdes-Wasser aus einer Quelle nahe der Mariengrotte werden heilende Kräfte zugeschrieben. Immer wieder kommt es zu unerklärlich anmutenden Heilungen, die durch ein internationales Ärzteteam geprüft werden. Aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums besucht Papst Benedikt XVI. Mitte September 2008 den Wallfahrtsort.

Faszination von Lourdes

Nina Ruge spricht vor Ort mit Pilgern und Seelsorgern über die Faszination des Ortes. Sie geht der Frage nach, ob und wie man im 21. Jahrhundert noch von Wunder sprechen kann, und versucht zu klären, welche Rolle Maria für den Glauben der Menschen dort spielt. Der Bischof von Tarbes und Lourdes, Jacques Perrier, deutet das Das Fest Mariä Himmelfahrt und erklärt, warum viele Menschen zu Maria eine besondere Beziehung haben.


Oblatenpater Uwe Barzen, der deutschsprachige Pilgerseelsorger in Lourdes, berichtet über die Hoffnungen, mit denen die Pilger zur Wallfahrtsstätte kommen. Nina Ruge begibt sich mitten ins Pilgergeschehen und begleitet Mitarbeiter der Deutschen Hospitalité, einer Vereinigung von ehrenamtlichen Helfern für alte, kranke und behinderte Pilger, bei ihrem Einsatz. Für sie ist Lourdes mehr als nur Pilgerströme und Wundersehnsucht.

Wasser, Licht und Fels

Zentrale Elemente helfen die Botschaft von Lourdes zu verstehen. Dazu gehören das Wasser, das Licht und der Fels. Das Wasser spielt eine zentrale Rolle in Lourdes. Am Ort der Erscheinungen entspringt eine Quelle. Dem so genannten Lourdes-Wasser werden heilende Kräfte zugesprochen. Es gibt sogar die Möglichkeit, in dem 12 Grad kalten Wasser ein Ganzkörperbad zu nehmen. Chemisch gesehen weist das Wasser keine Besonderheiten auf. Das haben Analysen ergeben. Doch theologisch hat es eine große Bedeutung. In der Nähe der Quelle heißt es in einer Inschrift: "Wascht euer Gesicht und bittet Gott, euer Herz zu reinigen." Der Ritus ist Erinnerung an die Taufe, symbolisiert Buße und Umkehr.

Das Licht symbolisiert Christus, den Auferstandenen. In Psalm 27 heißt es "Der Herr ist mein Licht und mein Heil." Das Licht der Kerze in der Dunkelheit der Nacht gibt Mut und hält die Angst fern. Die vielen Kerzen, die bei der Grotte angezündet werden oder bei der Lichterprozession jeden Abend getragen werden, sind also Zeichen des Gebets und der Ermutigung.

Der Fels bedeutet Standfestigkeit, Halt. In den Psalmen findet sich immer wieder das Bild "Herr, Du bist mein Fels." In die Grotte zu gehen, den Fels zu küssen oder zu berühren, bedeutet also nicht nur, den Ort der Marienerscheinungen zu ehren. Es ist eine Geste des Glaubens. "Herr, gib mir Halt!" Maria führt so zu Christus, zu Gott. Es wird damit deutlich, dass sich auch in Lourdes nicht alles nur um Maria dreht, sondern dass es letztendlich um Christus geht, auf den Maria hinweist. In diesem Sinn wollen auch die Verantwortlichen die Marienfrömmigkeit von Lourdes verstanden wissen.

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