Weggefährten wider Willen

Papst Benedikt XVI. und Hans Küng

Dokumentation | Dokumentation - Weggefährten wider Willen

Wie wird die katholische Kirche zukunftsfähig? Benedikt XVI. und Hans Küng stehen für verschiedene Lösungsansätze: der Papst für die Rückbesinnung auf traditionelle Formen, Küng fordert Reformen.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.02.2018, 10:35

Wie wird die katholische Kirche zukunftsfähig? Benedikt XVI. und Hans Küng stehen für zwei entgegengesetzte Lösungsansätze: Der Papst kämpfte zeit seines Lebens für eine Rückbesinnung auf traditionelle Formen des Katholischen, Hans Küng fordert Reformen in Theologie und Kirche.

Die beiden großen Theologen verbindet ein lebenslanger Kampf um die richtige Gestalt der Kirche und der kirchlichen Lehren - ihr ganz persönlicher Kampf um die Wahrheit. Das Ringen der beiden um den richtigen Weg der Kirche steht stellvertretend für die Suche der Institution nach ihrem Weg in der Zukunft.

Der Film zeigt Ratzinger und Küng als Weggefährten wider Willen: vom gemeinsamen Start in Rom und Tübingen über die zunehmende Entfremdung bis zum Versuch einer Aussöhnung nach der Wahl Ratzingers zum Papst. Dabei wird auch die Herkunft der beiden näher beleuchtet, durch die sie in ihrem Denken und Handeln entscheidend geprägt wurden. Ihr unterschiedlicher Umgang mit den Anfragen der Moderne hat Auswirkungen auf Ökumene, interreligiösen Dialog, das Verhältnis von Kirche und Gesellschaft sowie Glauben und Wissenschaft.

Das II. Vatikanische Konzil

Ausgangspunkt des gemeinsamen Weges ist das II. Vatikanische Konzil, an dem beide als Berater mitgewirkt haben. Die 1968er Jahre werden zum Wendepunkt; die Wege trennen sich und entwickeln sich zu alternativen Zukunftsmodellen: Der Bewahrer und Hierarch Ratzinger steht gegen den Reformer und Basisdemokraten Küng. Nach dem Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis 1979 wird Küng zum größten Kritiker Ratzingers. Dann bahnt sich nach der Wahl von Benedikt XVI. scheinbar eine Wende an. Es kommt im Herbst 2005 zum Treffen der beiden Antipoden. Doch zur Aussöhnung kommt es nicht.

Bisher letzter Höhepunkt im Ringen um den richtigen Kurs der Kirche ist die Annäherung Benedikts XVI. an die Piusbrüder, die von Küng scharf kritisiert wurde. Er sieht darin eine Rückkehr vor die Errungenschaften des II. Vatikanischen Konzils. Der Kampf um die Wahrheit ist damit auch ein Kampf um die Deutungshoheit über das wichtigste Kirchenereignis des 20. Jahrhunderts.

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