Wer war Jesus Christus?

Lesetipps zur Dokumentation "Jesus XXL"

Buchtipps zu Jesus von Nazareth zu geben ist angesichts der Fülle verfügbarer Buchtitel sehr schwer. Jedes Jahr erscheinen zahlreiche neue Titel. Nur wenige bringen wirklich Neues. Die Bandbreite geht von strenger Bibelauslegung bis in die Esoterik.

Weihnachtskrippe Quelle: imago

Christoph Markschies und Hubert Wolf

Erinnerungsorte des Christentums

C.H.Beck (2010)


Ein evangelischer und ein katholischer Theologe haben gemeinsam ein achthundert Seiten langes Buch zu den "Erinnerungsorten" des Christentums herausgegeben. Dabei besuchen wie untersuchen sie zentrale Orte, reale Orte und Orte in übertragenem Sinn. Im ersten Teil also nehmen sie den Leser mit auf die Reise an die bedeutenden Stätten des Christentums - von Bethlehem bis Wittenberg. Reale Orte dann sind Stätten der Heiligenverehrung, Wallfahrtsorte, aber auch solche, die in der Geschichte des Christentums eine besondere Rolle gespielt haben oder noch spielen. Schließlich gibt es symbolische Orte: das sind keine Orte im eigentlichen Sinn, sondern auf Themen bezogene Schilderungen, also etwa die Feste im Kirchenkalender, die Bedeutung des Kreuzes oder die Inquisition.

Wenn der Titel auch eher die allgemeine Geschichte des Christentums nahe legt, so ist es doch auch zugleich die Erfolgsgeschichte des Jesus von Nazareth, die sich darin spiegelt. Ein Buch für alle, die es wirklich wissen wollen!

Eduard Lohse

Das Urchristentum Ein Rückblick auf die Anfänge
Vandenhoeck & Ruprecht (2008)


Der Autor dieses Buches - heute im Ruhestand - war Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Hannover und Professor für Neues Testament an der Universität Göttingen. "Das Urchristentum" ist eine gute Einführung in die Anfänge des Christentums. Eine komplizierte Geschichte, in der politische wie geistesgeschichtliche Konflikte ausgetragen werden, wird anschaulich geschildert.

Dem Leser wird klar, warum und wieso eine Figur wie Jesus von Nazareth den Menschen das zu geben im Stande ist, das ihnen die gesellschaftspolitische und die religiöse Situation nicht geben kann: Ein neues, offenes Denken. Am Ende versteht man, wie - trotz großer Niederlagen - der Siegeszug des Christentums unaufhaltsam war.

James D. Tabor

Die Jesus Dynastie Das verborgene Leben von Jesus und der Ursprung des Christentums
C. Bertelsmann (2006)


Der US-amerikanische Archäologe und Theologe James D. Tabor, Professor an einer Universität in North Carolina, hat mit seinem Buch "Die Jesus-Dynastie" vor wenigen Jahren für viel Aufregung gesorgt. Er hat gewagte Theorien über Jesus darin geäußert, die auf heftige Kritik gestoßen sind. Dazu gehört z.B. die Frage der Herkunft Jesu und ob es nicht doch einen biologischen Vater gibt. Oder wie das Verhältnis zu Maria Magdalena ausgesehen habe. Tabors Hauptthese ist faszinierend: Jesus hätte nie eine neue Religion gründen wollen, sondern sei als Spross aus dem Hause Davids Thronanwärter auf den Königsstuhl von Israel gewesen. Schließlich habe er sich ja auch als "König der Juden" feiern lassen.

Der Vorteil des Buches: Es ist dem Autor gelungen, die Geschichte Jesu spannend darzustellen. Wenn man die spekulativen, wenig begründeten und manchmal sogar ärgerlichen Seitenaspekte der Untersuchung nicht so ernst nimmt, hat man ein rund 400 Seiten lange exzellente Darstellung des Lebens Jesu.

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