Wichtiger Schritt für das 3D-Fernsehen

Stereograph Alaric Hamacher über seine Erfahrungen mit 3D-Produktionen

Während in Europa zurzeit zahlreiche Versuche gemacht werden, Stereo-3D im Livebetrieb einzusetzen, zum Beispiel bei Massensport oder Konzerten, steckt die Produktion von hochwertigem fernsehspezifischem 3D-Content noch in den Kinderschuhen.

Jens Monath und Alaric Hamacher mit 3D-Brille
Jens Monath und Alaric Hamacher mit 3D-Brille Quelle: ZDF,Peter Borig

Im Ausland werden bereits größere 3D-Projekte sowohl für das Kino als auch für das Fernsehen geplant und umgesetzt, Produktionsgesellschaften und Sender haben schon in die entsprechende Produktionstechnik investiert. Hierzulande gingen die Projekte bisher jedoch nicht über ein bestimmtes Niveau, eine bestimmte Größe hinaus.

Völlig neue Workflows

Als Stereograph begleite ich seit über zehn Jahren 3D-Vorhaben im Image- und Werbemarkt und nun auch zunehmend 3D-Kinofilme. Mein Team und ich waren daher begeistert, dass das ZDF mit viel Mut zum Neuen, erzählerischer Neugier und technisch vielseitig seine erste Stereo-3D-Produktion mit uns realisieren wollte. Zum einen hat uns das Thema "Bergfilm" angesprochen, zum anderen reizte uns die technische Herausforderung, in sehr schwieriger Umgebung anspruchsvolle 3D-Aufnahmen zu realisieren.

Franz Hinterbrandner dreht Thomas Huber am Überhang
Franz Hinterbrandner dreht Thomas Huber am Überhang Quelle: ZDF,Pter Borig

Im Gegensatz zu eingespielten 2D-Produktionen mussten zum Teil völlig neue Workflows erarbeitet werden. Eine ungewöhnlich ausführliche Vorbereitungsphase des Films beinhaltete auch eine Woche Vorbesichtigung des Drehorts. Herausforderungen, die während des komplexen Drehs vor Ort entstehen könnten, konnten hier bereits antizipiert werden. So konnte eine 3D-Umsetzung realisiert werden, die sich nicht wie im Livebetrieb vorgegebenen Situationen unterordnen muss, sondern, ähnlich wie im Spielfilm, einen hohen Grad erzählerischer und visueller Gestaltung erlaubt.

Im Team entwickelten wir ein Konzept, bei dem in jeder Einstellung eine besondere 3D-Idee zugrunde lag. Es gelang uns nach langer Suche, für jeden Inhalt die richtige Kameralösung zu finden. Wir haben dabei einen Mix aus bewährter HD-Technik und völlig neuen, für diesen Dreh angepassten Aufnahmelösungen gewählt. Das ZDF hat dabei eine völlig neue Minikamera (SinaCam) eingesetzt und wurde mit außergewöhnlichen Aufnahmen belohnt. Es ist ein Film entstanden, in dem das 3D und die bildliche Tiefe des Raums eine tragende Rolle spielen. Meiner Einschätzung nach geht er einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung des 3D-Fernsehens der Zukunft.

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